07.12.13 Beim Modellflug wird Physik verständlich

Das Gymnasium und der Modellfliegersportclub Roßwein besiegeln ihre Zusammenarbeit. Davonprofitieren nur Jungs.

Den Traum vom Fliegen erfüllen sich schon Schüler, indem sie Flugmodelle steuern. Am Lessing-Gymnasium in Döbeln gibt es schon seit sechs Jahren eine Arbeitsgemeinschaft (AG) Flugmodellbau. In der wird tatsächlich noch mit Köpfchen und Händen gewerkelt. Fertige Modelle lassen die zwölf Jugendlichen – wenn überhaupt – nur noch ausnahmsweise fliegen. Sie bauen ihre Flugzeuge selbst. Dazu verwenden sie weiße Depron-Platten, die eigentlich ein Dämmstoff sind, sich für dieses Hobby aber hervorragend eignen. Das bestätigt Lehrer Hans-Ulrich Hohlfeld. Er leitet die AG und seit etwa Mitte des Jahres auch den Modellfliegersportclub Roßwein. Für den haben er und Schatzmeister Wolfgang Reimer gestern mit Schulleiter Michael Höhme einen Kooperationsvertrag unterzeichnet. Dieser soll die schon praktizierte Zusammenarbeit auf eine Basis in Schriftform stellen.

Franz Schmidt (vorn) ist einer der Schüler der AG Flugmodellbau im Lessing-Gymnasium. Dessen Schulleiter Michael Höhme unterzeichnete mit dem Leiter des Modellfliegerclubs Roßwein Hans-Ulrich Hohlfeld und dessen Schatzmeister Wolfgang Reimer (von links) einen Kooperationsvertrag. Foto: Braun

„Wir wollen auf diesem Weg mehr in Sachen Jugendarbeit tun“, sagt Hohlfeld. Bislang arbeitet nur ein junger Mann im Club mit, wenn auch sehr erfolgreich. Michael Höhme kommt dieses Bestreben sehr entgegen. Das Gymnasium sei darauf erpicht, Naturwissenschaften möglichst oft so zu vermitteln, dass Abläufe greifbar sind und das auch noch Spaß macht. „Wenn wir das mit einem Verein tun können und der uns sogar noch die Möglichkeiten der Erweiterung bietet, dann ist das der Idealfall“, findet der Schulleiter.

Der Sportclub will den Schülern in Zukunft ermöglichen, ab und an auf dem Modellflugplatz in Etzdorf zu trainieren. Dafür braucht es auch die Unterstützung der Eltern, damit die Jugendlichen überhaupt dorthin kommen. Auf dem Platz im Freien können andere Modellflugzuge geflogen werden, als das in der Stadtsporthalle der Fall ist. Anfänger trainieren in der AG zunächst an einem Simulator, um ein Gefühl für die Steuerung zu bekommen.

Im Moment sind die jungen Leute allerdings mehr in ihrer Werkstatt anzutreffen. Denn angefangene Flugzeuge sollen fertiggestellt werden. Im Frühjahr muss die Arbeitsgemeinschaft den Handwerkern Platz machen. In etwa einem Jahr bekommen die Modellbauer ihre dann renovierten Räume zurück. Bis dahin fliegen sie in der Sporthalle – „möglichst ohne große Verluste“, hofft Hohlfeld.

Döbelner Anzeiger
Heike Stumpf
07.12.2013