1979: Kein Sockel für Lessing


Kein Sockel für Lessing, eher ein Dialog mit ihm - Gelungenes Festprogramm im Stadttheater

Über dem Festprogramm der Erweiterten Lessing-Oberschule anläßlich des 150. Geburtstages von Lessing hätte auch stehen können: Wir ehren die Klassiker nicht, indem wir sie auf einen Sockel heben, sondern sie für uns anwendbar machen. So hatten es auch die Schüler, ihre Lehrer und das Stadttheaterkollektiv gewollt. Sie begnügten sich nicht mit dem Darbieten Lessingscher Kunst, sie probierten sich eher gekonnt im kommentierenden Verknüpfen seiner Tierfabeln, Sinngedichte, Dramen und theoretischer Ausführungen. Dabei ist es ausgezeichnet gelungen, den sehr ersten Lessing als Neuerer und Wegbereiter der deutschen Dramatik zu zeigen und auch den schalkhaften und philosophierenden Lessing in seinen Sinngedichten und Tierfabeln.

Der Chor der Lessing-EOS

stand unter Leitung von Hartmut Schulze.

Uwe Ulbrich und Dirk Viehrig

in "Doktor und Apotheker"


Erstaunlich wie es die Schüler der Lessing-EOS verstanden, in Maske, Kostüm und vor Kulisse in Szenen aus „Minna von Barnhelm“ und „Emilia Galotti“ geschickt zu agieren. Bruno Zieme, Oberspielleiter des Stadttheaters konnte die Jugendlichkeit und spielerische Naivität der Schüler - besonders bei Minna von Barnhelm- für die Zusammenarbeit auf der Bühne zu nutzen.
Die Chorgesänge, die Klavier und Gesangssoli unterstützten und trugen den dichterischen Inhalt des Festprogramms. Der Chor der EOS zeigte sich dabei wieder einmal von seiner besten Seite: Sprachliche und gesangliche Genauigkeit, Disziplin während der Auftritte –auch diese Seite darf nicht unterschätzt werden- und Schönheit der Stimmen.
Es war also ein Programm, das den Zuschauern sehr gefallen hat, ein Programm, das zum Nachdenken anregt.
Ebenfalls im Rahmen der Lessing-Ehrung fand gestern in der Aula der Lessing-EOS eine Festveranstaltung statt. [...] Die Festrede hielt Frau Prof. Dr. Friedrich von der Martin-Luther-Universität Halle.

(Inhalt gekürzt, Rechtschreibung beibehalten)

LVZ 22.01.1979

Im Zeichenunterricht

wurden Kupfertreibarbeiten (li. Kerstin Wehner, re. Varena Krebs) und Aquarelle zu Fabeln Lessings angefertigt.