2013: Lessing aktuell

Buntes literarisch-musikalisches Programm von Schülern für Schüler

Das Lessing-Gymnasium hat gestern Geburtstag gefeiert. Nicht den eigenen, sondern den ihres großen Namenspatrons. Vor 284 Jahren war er geboren worden. Lessing ist Stoff in der 9. Klasse. Und so waren es auch die Neuntklässler, die gestern das Programm zu Feierstunden gestalteten. Sie lasen Lessing und spielten Fabeln. Eigene und welche des großen Dichters. „Das ist alles im Unterricht entstanden“, sagte Schulleiter Michael Höhme. Schüler der Döbelner Musikschule sorgten für die Begleitung. Für sie waren die Auftritte eine Probe für den Wettbewerb „Jugend musiziert“.

Lockere Dialoge gaben Einblicke in das Leben Lessings.


Lessing war Sachse, Humanist, ein Mann, der die Toleranz propagierte. Und er wurde 1947 Namensgeber für das Döbelner Gymnasium, das seit 1869 ganz ohne Namenspatron ausgekommen war. Der Lateinlehrer Max Aßmann hatte vorgeschlagen, die Schule nach dem Humanisten Lessing zu benennen. „Nach den Krieg wurde klar, welches Unheil man über die Welt gebracht hatte. Die Menschheit sah mit Abscheu auf Deutschland“, sagte Höhme. Ein Zitat Lessings steht im Foyer der Schule an der Wand: „Ohne die Geschichte bleibt man ein unerfahrenes Kind“.

Nathan und der Tempelherr - gespielt von Schülerinnen der 9. Klasse


Gotthold Ephraim – der Name ist reichlich angestaubt. Und dazu noch diese gepuderte Perücke. Was hat Lessing den jungen Leuten von heute noch zu sagen? Eine Menge, meint der Schulleiter. Das Stück „Nathan der Weise“, bei dem es um das friedliche Miteinander von Christen, Juden und Muslime geht, ist Schulstoff. „Lessing ist eine gute Medizin gegen Intoleranz und Dummheit“, sagte Höhme.

Der 1729 in Kamenz geborene Dichter war einer der ganz Großen der deutschen Aufklärung. Seine Dramen werden ununterbrochen bis heute in den Theatern aufgeführt.

Döbelner Anzeiger
Jens Hoyer
23.01.2013