30.08. Von der Idee zum Stück
Kreativer Abschluss für das Theaterprojekt „Isay Rottenbergs Zigarrenfabrik“
Am vergangenen Donnerstag fand das Theaterprojekt „Isay Rottenbergs Zigarrenfabrik“ aus dem vergangenen Schuljahr einen ganz besonderen Abschluss. In der Margarethenmühle trafen sich die beteiligten Jugendlichen noch einmal, um gemeinsam mit Janny Fuchs, selbst ehemalige Schülerin des LGD und Dramaturgin unseres Theaterstücks, einen Workshop unter dem Titel „Von der Idee zum Stück“ zu erleben.
Wie entsteht eigentlich ein Theatertext? Und woher kommen die Ideen, aus denen am Ende eine Szene, ein Dialog oder sogar ein ganzes Stück werden können? Diesen Fragen gingen die Schülerinnen und Schüler auf kreative und durchaus ungewöhnliche Weise nach. Statt still über einem leeren Blatt zu brüten, hieß es: machen, schreiben, ausprobieren und sich überraschen lassen.
Den Auftakt bildete eine Übung, bei der die Jugendlichen drei Minuten einfach schreiben sollten. Ohne lange nachzudenken, wurde geschrieben, was gerade aus dem Kopf herauswollte. Anschließend wurde es emotionaler. Zehn Minuten lang sollten Texte aus Wut oder Empörung heraus entstehen. Besonders poetisch wurde es bei der nächsten Aufgabe. In nur sieben Zeilen mussten verschiedene Elemente miteinander verbunden werden: ein Ort, eine Tätigkeit aus der Ich-Perspektive, eine Frage, ein Vergleich oder Reim sowie weitere vorgegebene Bausteine. Was zunächst ein wenig nach literarischem Puzzle klang, entwickelte sich zu einer Sammlung ganz unterschiedlicher kurzer Texte.
Zum Abschluss stellten sich die Jugendlichen ihre Wut- oder Poesie-Texte gegenseitig vor. Dabei wurde einmal mehr deutlich, wie viel sprachliches und kreatives Talent in den jungen Autorinnen und Autoren steckt, die bereits im vergangenen Schuljahr an unserem Theaterstück mitgewirkt hatten. Die entstandenen Texte waren ebenso vielfältig wie ihre Verfasserinnen und Verfasser. Dabei sorgten einige für herzhaftes Lachen, andere regten zum Nachdenken an oder warfen Fragen auf.
So wurde aus einem Workshop über das Schreiben von Theatertexten vor allem ein gemeinsamer Nachmittag voller Ideen, Mut zum Ausprobieren und natürlich auch einer guten Portion Spaß. Denn manchmal beginnt ein guter Theatertext eben nicht mit der perfekten Idee, sondern mit einem leeren Blatt und drei Minuten, in denen man einfach loslegt.
Zum gemütlichen Abschluss lud uns der Treibhaus e. V. zum gemeinsamen Grillen ein. Bei Essen, Gesprächen und entspannter Atmosphäre ließen die Jugendlichen und alle Beteiligten den Tag gemeinsam ausklingen.
Wie erfolgreich das Theaterprojekt tatsächlich war, wurde uns an diesem Nachmittag noch einmal ganz besonders bewusst: Im vergangenen Schuljahr wurde „Isay Rottenbergs Zigarrenfabrik“ vor insgesamt knapp 700 Zuschauerinnen und Zuschauern aufgeführt. Damit fand die gemeinsame Arbeit der Jugendlichen nicht nur im geschützten Rahmen des Projekts statt, sondern erreichte ein beeindruckend großes Publikum.
Ein schöner Abschluss für ein besonderes Projekt und vielleicht zugleich der Anfang für die eine oder andere neue Geschichte.
Luise Dreyer



