06.12. Was die CO2-Ampel wirklich bringt

In der Region wurden alle Schulen mit den kleinen Geräten ausgestattet. Für sie den richtigen Platz zu finden, gestaltet sich aber schwierig.

Rein äußerlich mutet sie wie ein Nachtlicht an – oder wie die Miniausgabe der Rundumleuchte eines Polizeifahrzeuges. Tatsächlich blinkt sie beim Einschalten türkis-blau. Das wandelt sich aber nach etwa einer Minute in ein sattes Grün. Denn das kleine Gerät ist eine CO2-Ampel.

Bereits im August vergangenen Jahres hatte Sachsens Kultusminister Christian Piwarz (CDU) angekündigt, dass mit Ende der Oktoberferien 2022 alle Unterrichträume im Freistaat mit CO2-Ampeln für rund zehn Millionen Euro ausgestattet werden. Diese sollen einen Basisschutz vor Corona und anderen Atemwegserkrankungen bilden, hieß es damals.

Dr. Jan Murawski, Lehrer für Physik, Mathematik und das naturwissenschaftliche Profil am Döbelner Lessing-Gymnasium, hat sich intensiv mit der Co2-Ampel und deren Effekt beschäftigt. Foto: SZ/Dietmar Thomas

Rund ein Jahr später sind die Ampeln nun tatsächlich in den Schulen angekommen. 37.000 Stück, für sieben Millionen Euro, vom Landesamt für Schule und Bildung angeschafft und an die Schulen ausgeliehen, erklärt Dr. Jan Murawski, Lehrer für Physik, Mathematik und das naturwissenschaftliche Profil am Döbelner Lessing-Gymnasium.

An dessen Hauptstandort sind jetzt 37  CO2-Ampeln im Einsatz, am Standort Körnerplatz 18. „Damit sind alle Klassenzimmer mit einer Ampel ausgestattet“, so Murawski. In anderen Räumen gab es bereits zuvor CO2-Sensoren, sodass dort keine zusätzlichen Ampeln notwendig waren.

Im Boden der Ampel befinden sich Belüftungsschlitze. Über einen darüber gelegenen Sensor mit Infrarot-Strahler und -Filter wird der CO2-Gehalt in der Luft gemessen. „Ein optischer Sensor nutzt sich nicht so schnell ab wie ein chemischer“, meint Murawski und erklärt: „Im Freien beträgt die CO2-Konzentration in der Luft 0,04 Prozent. Für das Leben wird es bei vier Prozent gefährlich. Die Ampel setzt bei 0,1 Prozent ein und wird gelb. Ab 0,2 Prozent leuchtet sie rot.“ Laut einer Studie liege die maximale CO2-Konzentration, bei der ohne Probleme acht Stunden gearbeitet werden könne, bei 0,5 Prozent.

Für Jan Murawski ist die Bezeichnung CO2-Ampel aber irreführend. Er bevorzugt den Begriff Belüftungsampel. Denn der Mensch atmet auch andere Kohlenwasserstoffe aus und Aerosole, über die sich Viren ausbreiten können. „Die CO2-Konzentration ist das Maß für alles, was wir ausatmen“, so der Physiklehrer. Und letztendlich führe eine zu hohe Konzentration zum Lüften.

Nach einer Pilotphase, in der nur einige Zimmer mit einer CO2-Ampel ausgestattet waren, stehen die nun in allen Klassenräumen. Allerdings hätten die Lehrer, aber auch die Schüler, aus der Coronazeit das regelmäßige Lüften so verinnerlicht, dass dies nach wie vor auch ohne Ampel erfolgt sei. „Wir haben eine Lüftungsdisziplin entwickelt“, so Murawski.

Die ersten Erfahrungen mit der CO2-Ampel zeigen: Die meiste Zeit steht sie auf Gelb. Bereits fünf bis zehn Minuten nach Unterrichtsbeginn schaltet sie auf diese Farbe um. Nur einmal in drei Wochen wurde die Farbe Rot „geschafft“. „Und das war ein Test, wie lange die Ampel benötigt, bis sie rot leuchtet“, erklärt der Physiklehrer. Mehr als 45 Minuten hat die CO2-Ampel gebraucht, bis die Signalfarbe erschienen ist, also mehr als eine Unterrichtsstunde. „Ohne den Test hätten wir in dieser Zeit bereits mehrfach die Fenster geöffnet“, sagt Jan Murawski.

Der einzige Effekt, den er bisher bemerkt hat, ist, dass nicht mehr so lange gelüftet wird. Dadurch kühlen die Räume im Winter auch nicht so stark aus.

Als schwierig bezeichnet er, im Klassenzimmer die beste Position für die CO2-Ampel zu finden. Damit der richtige Luftaustausch gewährleistet ist, gibt es diverse Vorgaben. Die Ampel darf sich weder zu nah an der Tür noch am Fenster befinden, auch nicht in einer Ecke, in der Nähe von Menschen, von Wärmequellen oder elektromagnetischen Feldern, wie sie beispielsweise von Computerbildschirmen oder Lautsprechern ausgehen.

Hinzu kommt, dass das Stromkabel der Ampel nur 1,5 Meter lang ist. „Dadurch sind die Möglichkeiten für das Aufstellen begrenzt“, so der Lehrer. Gleichzeitig sei sie wartungsarm. Die Ampel schalte sich nach acht Stunden automatisch ab, wenn sie keine CO2-Veränderung mehr wahrnimmt. Außerdem justiere sie sich selbst nach und verbrauche nur sehr wenig Strom.

Die Schüler hätten sich schnell an das kleine Gerät gewöhnt. Am Verhalten von Schülern und Lehrern habe es aber nichts geändert. „Wir sehen es als Hinweis zum Lüften, nicht als Anweisung“, meint Jan Murawski. Der Physiklehrer ist auf den statistischen Effekt gespannt, das heißt, ob durch den Einsatz der CO2-Ampel weniger Schüler und Lehrer mit Atemwegserkrankungen ausfallen.

Döbelner Anzeiger
Cathrin Reichelt
05.12.2023

Höhepunkte im Schuljahr (Auswahl):

  • Begegnungswoche Klasse 5
  • Goldenes (50) und Diamantenes (60) Abitur
  • Poetry Slam
  • Weihnachtskonzerte der Chöre und der Band
  • Winterlager für die Klassen 6
  • Schnupperstunden für die 4. Klassen
  • Hallenfußballturnier
  • Tag der offenen Tür
  • Wissenschaftsabend der 10. Klassen
  • Ballathon
  • Lauf mit Herz
  • Sommerkonzerte der Chöre und der Band
  • Theateraufführungen
  • Schüleraustausch mit Frankreich und der Tschechischen Republik
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