08.06. Quälereien bei der Abi-Fete

Die Abi-Abschlussparty am Lessing-Gymnasium beendet die stressige Prüfungszeit. Eine Schülerin legte ihr Abi mit einem neuen Rekord ab.

Der Abi-Abschlussparty des Lessing-Gymnasiums sehen die Tutoren. Die Lehrer der Leistungskurse, sicher mit sehr gemischten Gefühlen entgegen. „Heute sind wir dran, unsere Tutoren zu quälen“, sagte eine Schülerin. Auf die Frage: „Freuen Sie sich darauf, was Sie erwartet?“, antwortete Mathe-Tutorin Sylvia Risse mit einem gequälten „nein“.

Es gibt Bambule auf dem Schulhof, wenn die Last der Prüfungen von den Zwölftklässlern abgefallen ist. Die Tutoren spielen das Spiel mit. Bio-Lehrerin Petra Rentzsch nahm auf einem riesigen Trecker Platz, den der Vater einer Schülerin von Strölla hergebracht hatte. Deutsch-Lehrer Tommy Greim wurde von den Schülern in einer Pony-Kutsche auf den Hof gezogen und Angela Wießner (Englisch) und Sylvia Risse von Horden Abiturienten mit dem Auto gebracht.

Der Vormittag stand im Zeichen alberner Spiele wie Sackhüpfen. Ein anderes bestand darin, mit dem Bobby-Car über den Hof zu rutschen. Auch Wissen zu Star Wars war gefragt, denn die Schüler hatten ihr Abi-Abschluss unter das Motto „Abi Wars - Die Macht war 12 Jahre mit uns“ gestellt.

Beim Vortrag verballhornter Klassiker platzierte sich Sylvia Risse mit der „Säk’sche Lorelei“ vor Tommy Greim, der eine moderne Fassung von Schillers „Handschuh“ vorzutragen gezwungen wurde.

Abijahrgang 2024

In dem Gewusel lief Schulleiter Michael Höhme mit einem Lächeln und der Kamera über den Hof. Die Abiturienten haben an diesem letzten Tag zwar gewisse Narrenfreiheit. Aber die Abistreiche halten sich in Grenzen, meinte er. Am Morgen hatten die Abiturienten ihre Mitschüler mit einem Hindernis-Parcours empfangen und das Schulhaus in ihrem Sinne umgestaltet. Die kleineren Mitschüler in der Außenstelle am Körnerplatz hatten die Abiturienten mit Süßigkeiten beglückt.

Die Durchfallerquote ist gering. Von 72 Schülern des Jahrgangs haben es 69 geschafft. Der Notendurchschnitt liegt bei guten 2,2, wobei 27 Schüler unter Durchschnitt 2.0 gelandet sind. Zwei Schülerinnen waren besonders erfolgreich. Naemi Weid und Emily Pilz haben mit einem Durchschnitt von 1,0 abgeschnitten. Wobei Naemi Weid besonders hervorsticht. „Sie hat 882 von 900 Punkten erreicht. Das ist exorbitant, so etwas gibt es eigentlich nicht“, meinte der Schulleiter.

Naemi Weid will jetzt erst einmal praktische Erfahrungen im Freiwilligen Sozialen Jahr beim Politischen Jugendring in Dresden sammeln, wie sie erzählte. Sie interessiere sich für Politik „Auch Psychologie finde ich sehr interessant.“ Andere Schüler werden sich mit dem Abi in der Tasche um eine Ausbildung oder ein Studium bewerben. Oder auch erst einmal eine Pause einlegen, um anzupacken. „Ich mache ein Auslandsjahr“, sagte Kevin Ullmann. Er will in Griechenland und Finnland ein Freiwilliges ökologische Jahr absolvieren und für den Umwelt- und Klimaschutz arbeiten. Finnisch oder Griechisch kann er nicht. Aber Englisch hilft weiter, meinte er. „Man kann dort auch Sprachkurse belegen.“ Im Herbstsemester im kommenden Jahr will der Abiturient dann ein Studium der Medieninformatik in Leipzig beginnen – so der Plan bisher.

Drei „altgediente“ Lehrerinnen haben den Abi-Spaß ein letztes Mal erlebt, sie gehen Ende des Jahres in den Ruhestand. Sieglinde Kastner war selbst Schülerin an der damaligen Erweiterten Oberschule, später Gymnasium, gewesen, nachdem sie die Allgemeinbildenden Oberschule Richard Sorge in Ebersbach besucht hatte. In beiden Schulen habe sie dann selbst unterrichtet, erzählte sie. 1992 war sie ans Gymnasium gekommen und hatte dort Deutsch, Geschichte, GRW und Evangelische Religion unterrichtet. Für den Ruhestand hat sie noch keinen Plan, wie sie sagte. „Aber ich bin ein gläubiger Mensch und weiß, dass für mich etwas vorgesehen ist. Da brauche ich mir keine Gedanken machen.“

Roswitha Reiprich, Daniele Sturm und Sieglinde Kastner (v.l.n.r.) wechseln demnächst in den Ruhestand.

Ihre Kollegin Roswitha Reiprich will sich den Dingen widmen, für die sie bisher keine Zeit hatte. Sie war 2006 aus Wurzen nach Döbeln gekommen und empfindet die Zeit am Gymnasium als „sehr interessant, sehr schön und sehr erfüllend. Aber jetzt reicht es.“

Daniele Sturm hatte 30 Jahre lang im Gymnasium Französisch und Deutsch unterrichtet. Sie organisierte auch den Austausch mit der französischen Partnerschule in Evron. Mit ihrer Initiative wiesen Schüler mit dem Erwerb des DELF-Sprachzertifikats fortgeschrittene Französischkenntnisse nach. „Ich freue mich auf den Ruhestand, das hätte ich mal nicht gedacht“, sagte sie. Sie hat für den Ruhestand schon Pläne: Mit ihrem ausgebauten Transporter will sie reisen und ein paar Orte abfahren, die sie schon immer sehen wollte. „Mir schwebt Norwegen und Schweden vor. Dann kann ich auch mal außerhalb der Ferien reisen.“

Döbelner Anzeiger
Jens Hoyer
08.06.2024


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Höhepunkte im Schuljahr (Auswahl):

  • Begegnungswoche Klasse 5
  • Goldenes (50) und Diamantenes (60) Abitur
  • Poetry Slam
  • Weihnachtskonzerte der Chöre und der Band
  • Winterlager für die Klassen 6
  • Schnupperstunden für die 4. Klassen
  • Hallenfußballturnier
  • Tag der offenen Tür
  • Wissenschaftsabend der 10. Klassen
  • Ballathon
  • Lauf mit Herz
  • Sommerkonzerte der Chöre und der Band
  • Theateraufführungen
  • Schüleraustausch mit Frankreich und der Tschechischen Republik
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