28.01. Gymnasiasten als Facebook-Führer
Am Gymnasium lernen Schüler die Tücken der sozialen Netzwerke kennen. Sie sollen ihr Wissen weitergeben.
Die künftigen Führer durch die sozialen Netzwerke – Acht- und Neuntklässler des Lessing-Gymnasiums – haben gestern selbst eine Menge gelernt. Wo liegen die Tücken von Facebook, SchülerVZ oder SchülerCC? An welchen Stellen muss man bei den persönlichen Einstellungen Häkchen setzen? Was ist eigentlich Datenschutz und Urheberrecht? Alles brandaktuelle Themen für eine Generation, für die Gefahren nicht mehr nur im Straßenverkehr, sondern auch am Ende der Datenautobahn lauern. Die Eltern können oft nicht überblicken, was ihre Kinder in den Netzwerken treiben, sagte Michael Höhme, Leiter des Lessing-Gymnasiums. Nicht nur, weil manche damit grundsätzlich überfordert sind; zu bestimmten Communitys haben Erwachsene keinen Zutritt. Um so wichtiger ist die „Medienkompetenz“ der jungen Leute.
Ken Bleyer (l.) von der Lernwerkstatt Zwickau leitete die "Guides" im Umgang mit der Netzgemeinschaft Facebook an. Foto: André Braun
Viel Zeit bringen Schüler heute in den Netzgemeinschaften zu. Ein großer Teil der sozialen Kontakte wird dort gepflegt. In der virtuellen Welt kann auch eine besondere Art von Gewalt vorkommen. „Wir hatten schon Fälle von Cyber-Mobbing“, sagte Höhme. Konflikte werden vom Schulhof in die sozialen Netzwerke hineingetragen und arten dort in Beschimpfungen und Herabsetzungen aus. Das kann Jugendliche sehr belasten und sich auch auf die schulischen Leistungen auswirken, sagte Höhme.
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Die gestern ausgebildeten „Social-Community-Guides“ werden ihr Wissen im März bei einem Projekttag an Fünft- und Sechstklässler weitergeben. Auch danach sollen sie Ansprechpartner bleiben. Wenn wirklich mal ein Schüler im Netz gemobbt wird, ist ein anderer Schüler ein besserer Ansprechpartner als ein Lehrer, meint Höhme.
Nicole Natzschka, Referendarin am Gymnasium, hat das Projekt organisiert. „Als Lehrer kommt man um das Thema nicht herum“, meint sie. Für die angehende Lehrerin hat das Projekt auch weiterreichende Bedeutung: Sie wird es zum Thema ihrer zweiten Examensarbeit machen.
Döbelner Anzeiger
Jens Hoyer
28.01.2012










