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27.08. Ein Joker für die Elternsprecherin


Alexandra Wolf hat sich für Schule und Bildung engagiert und ist dafür ausgezeichnet worden.

Unter den 68 Sachsen, die gestern von Kultusminister Roland Wöller im Hilton-Hotel in Dresden mit dem „Joker im Ehrenamt“ ausgezeichnet wurden, ist auch eine Döbelnerin. Alexandra Wolf hat sich seit 1998 als Elternsprecherin engagiert. Erst in der Grundschule, bis ins vorige Jahr als Vorsitzende des Elternrates des Lessing-Gymnasiums. Außerdem arbeitete sie seit 2009 als Vorsitzende des Kreiselternrates von Mittelsachsen.

Alexandra Wolf

ist in Dresden mit dem "Joker im Ehrenamt" ausgezeichnet worden. Foto: Steffen Unger


Und damit erschöpft sich ihre ehrenamtliche Arbeit in Sachen Schule noch nicht. Sie arbeitete im Landeselternrat mit und war Mitglied in dessen Vorstand. Seit 2004 war sie darüber hinaus Mitglied im Bundeselternrat. Sie arbeitete mehrere Jahre als berufenes Mitglied im Landesbildungsrat und war dessen stellvertretende Vorsitzende.

„Was wir an Alexandra Wolf schätzen gelernt haben, ist ihre unkomplizierte, wohltuende Art, Probleme zu lösen. Sie hat viel zum vertrauensvollen Verhältnis zwischen Eltern und Lehrern beigetragen“, sagte Michael Höhme, Leiter des Lessing-Gymnasiums. Die Elternsprecherin bewährte sich auch als Organisatorin von Veranstaltungen und holte den Gedächtnistrainer Gregor Staub nach Döbeln. „500 Leute in der Stadtsporthalle – besser kann man sich Elternarbeit gar nicht vorstellen“, so Höhme.

Döbelner Anzeiger
27.08.2011
Jens Hoyer

Kneipenwirtin lebt fürs Ehrenamt

Alexandra Wolf

vor ihrer Kneipe Café Wolfs-Eck an der Feldstraße in Döbeln. Nicht nur als Wirtin hat sich die gebürtige Leipzigerin einen Namen in der Stadt gemacht. Erfolgreich ist sie auch in ihren zahlreichen Ehrenämtern. Dafür bekam sie jetzt den Joker fürs Ehrenamt verliehen. Foto: Dietmar Thomas

Der Name Alexandra Wolf ist in Döbeln bekannt. Nicht nur durch ihre Kneipe an der Feldstraße, dem Café Wolfs Eck, hat sie sich einen Namen gemacht. Die meisten kennen die gebürtige Leipzigerin durch ihre ehrenamtliche Tätigkeit, vor allem in den Schulen Döbelns. Für ihr freiwilliges Engagement erhielt die 59-Jährige am Freitag den Joker fürs Ehrenamt (DA berichtete).

Schon zu DDR-Zeiten hat sich die Döbelnerin als Klassen- und Schulelternsprecherin engagiert. Als vor zwölf Jahren ihr jüngster Sohn in die Schule kam, hat sie das Ehrenamt weitergeführt. „In den letzten acht Jahren verstärkt“, so Alexandra Wolf. Im vergangenen Jahr hat ihr Sohn das Abitur am Lessing-Gymnasium in Döbeln abgelegt. Damit endete auch für Alexandra Wolf das ehrenamtliche Engagement am Gymnasium. „Trotzdem ist es noch mein Gymnasium“, sagt Alexandra Wolf. Und auch die Schule hält den Kontakt aufrecht und nimmt ihren Rat weiterhin in Anspruch. Der Grund dafür ist auch, dass sich die Döbelnerin durch ihre Vielzahl an Ehrenämtern in vielen Bereichen, die Schule und Eltern betreffen, auskennt. Noch bis Februar 2012 ist sie als Vorsitzende des gymnasialen Ausschusses im Bundeselternrat tätig. Zurzeit bereitet der Rat sein 60-jähriges Bestehen vor. Alexandra Wolf ist Mitglied in einer Arbeitsgruppe, die die Geschichte des Rates in Präsentationen und Ausstellungen veranschaulichen will.

Zudem ist Alexandra Wolf seit fünf Jahren als Elternmitwirkungsmoderator (EMM) in der Region unterwegs. „Viele Eltern wissen nicht, welche Aufgaben sie als Schulelternsprecher haben“, sagt Alexandra Wolf, die in verschiedenen Modulen über die Rechte und Pflichten der Mütter und Väter im Schulehrenamt aufklärt. Gebucht wird sie von den Schulen.

Doch damit nicht genug. In der Stadt Döbeln sitzt sie als berufene Bürgerin im Sozial- und Schulausschuss. In diesem Jahr hat sich Alexandra Wolf einem völlig neuen Bereich gewidmet. Sie ist für die Bundesinteressenvertretung der Nutzerinnen und Nutzer von Wohn- und Betreuungsangeboten im Alter und bei Behinderung (kurz BIVA) unterwegs in Seniorenheimen.

„Ich überprüfe Seniorenheime aus Sicht der Angehörigen“, erzählt die Döbelnerin. Sie schaut sich die Zimmer an, spricht mit den Bewohnern, stellt Heimleitung und Pflegedienstleitung Fragen. Einen Tag dauert die Überprüfung, dazu kommt insgesamt ein Tag für die Vor- und Nachbereitung. „Wenn alles okay ist, bekommen die Heime einen grünen Haken“, sagt Alexandra Wolf. An die Arbeit mit den Senioren musste sich die engagierte Frau erst gewöhnen, anfangs ging ihr das Schicksal der Senioren „an die Nieren“. Inzwischen macht ihr auch das neue Ehrenamt Spaß.

Die Liste der Ehrenämter, die Alexandra Wolf inne hat oder hatte, ist lang. „Ich lebe im Ehrenamt“, sagt sie. „Man kommt viel rum und lernt viel dazu.“ Über ihre Auszeichnung mit dem Joker sagt die Kneipeninhaberin: „Es ist schon wichtig, dass die Ehrenamtlichen eine Anerkennung bekommen.“ Wichtig sind dafür aber auch die Angehörigen. Das betonte Wolf auch bei der Überreichung der Auszeichnung am Freitag.

Alexandra Wolf kann nicht still sitzen. In ihrem eigentlichen Beruf als Diplom-Kulturarbeiterin findet sie keinen Job mehr. Das Ehrenamt ist ihre Art, die Zeit sinnvoll zu nutzen. 1990 hat die Döbelnerin mit ihrem Mann das Café Wolfs Eck gebaut. In den ersten Jahren nach der Eröffnung 1991 brummte das Geschäft. „Ich war von früh bis spät in der Kneipe. Mein Sohn ist hier aufgewachsen“, erzählt Wolf. Doch inzwischen ist die Konkurrenz groß, die Stammkundschaft weggezogen. Um das Café ist es ruhiger geworden. Doch im Leben von Alexandra Wolf bleibt es turbulent. Dafür sorgt im Moment auch ein sechsjähriger Junge, den sie als Bereitschaftspflegemutter seit fünf Wochen betreut. „Er ist ein kleiner Wildfang“, so Wolf.

Döbelner Anzeiger
31.08.2011
Maria Lotze