07.09. Moskauer zu Gast in Sachsen
Zwei Wochen verbringen russische Austauschschüler am Lessing-Gymnasium. Für die Partnerschaft nehmen beide Seiten viel auf sich.
Sie wirken noch etwas schüchtern, die 16 Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Nummer 1543 aus Moskau. Am Montag sind sie in Begleitung von drei Lehrern in Berlin gelandet. Gestern besuchten sie zum ersten Mal ihre Austauschschule, das Lessing-Gymnasium in Döbeln. Der Schüleraustausch feiert in diesem Jahr sein Jubiläum. Seit zehn Jahren besteht die Partnerschaft zwischen der deutschen und der russischen Schule.
Aksinja, Anna und Yulia (v.l.)
sind drei der Austauschschüler aus Moskau, die für die nächsten Tage am Lessing-Gymnasium zu Gast sind. Foto: Dietmar Thomas
Monika Brosch, Russischlehrerin am Lessing-Gymnasium, hat die Partnerschaft ins Leben gerufen. 2002 war sie zum ersten Mal an der Moskauer Schule. Seitdem hält sie den Kontakt zu Elena Michailowna, der Koordinatorin für den Austausch am russischen Gymnasium. Immer im Wechsel besuchen sich Döbelner und Moskauer Schüler in ihren Heimatstädten. Zwei Wochen dauert der Aufenthalt der Moskauer Schüler und Lehrer in Deutschland. Sie werden am Unterricht teilnehmen, aber auch die Städte Leipzig, Dresden und Weimar besuchen. Zudem gibt es wie bei jedem Austausch ein gemeinsames Projekt, dass die russischen Schüler mit Schülern des Lessing-Gymnasiums erarbeiten. „Wir befassen uns diesmal mit allen Projekten der letzten Jahre und ziehen ein Resümee“, sagt Katrin Berger, Fachkonferenzleiterin Russisch am Lessing-Gymnasium. Das Ergebnis wird zur Abschlussveranstaltung am 15. September präsentiert, dem Höhepunkt des Austausches. „Am Anfang sind die Schüler noch etwas schüchtern, am Ende können sie sogar Sächsisch sprechen“, sagt Elena Michailowna.
In Russland gibt es für den Austausch keine staatliche Förderung. Eltern und Schule bringen daher für den Austausch immer auch eine große finanzielle Leistung auf. „Wir sehen, dass die Schüler Freunde werden, einige sich Deutsch auch als Beruf wählen“, sagt Elena Michailowna. Den meisten gefällt es nach den ersten Tagen sehr gut in Döbeln. „Ich bin sehr zufrieden, die Leute sind sehr nett“, erzählt die 17-jährige Aksinja, die bei ihrem ersten Besuch in Deutschland noch sehr klein war. Zum ersten Mal in Deutschland ist die 15-jährige Yulia. „Meine Gastfamilie spricht viel Deutsch mit mir. Ich bin glücklich hier zu sein. Deutsch ist eine schöne Sprache“, sagt sie.
Döbelner Anzeiger
07.09.2011
Maria Lotze
HipHop und deutsche Klassiker
Am Gymnasium läuft zehnter deutsch-russischer Schüleraustausch
Das zehnjährige Bestehen der Schulpartnerschaft zwischen dem Lessing-Gymnasium Döbeln und dem Moskauer Gymnasium 1543 wird derzeit mit der zehnten Auflage des wechselseitigen Schüleraustausches begangen. 16 Schülerinnen und Schüler aus Moskau sind derzeit am Gymnasium zu Besuch und wohnen für insgesamt zwei Wochen in den Familien ihrer Gastgeber.
Ein deutsch-russisches HipHop-Projekt
erarbeiten Moskauer und Döbelner Schüler gerade gemeinsam in der Aula des Lessing-Gymnasiums. Zum zehnten Mal findet der Schüleraustausch zwischen dem Döbelner und dem Moskauer Gymnasium 1543 statt. Foto: Wolgang Sens
Eine kleine Döbelner Abordnung holte die Gäste am Montag am Flughafen Berlin-Schönefeld ab. Nach einer Besichtigung der Hauptstadt reisten Gastgeber und Gäste gemeinsam nach Döbeln und bezogen bei den Gasteltern ihre Quartiere.
Seit Dienstag sind die russischen Schüler in eine gemeinsam Projektarbeit am Gymnasium eingebunden, sie wurden von der Schulleitung empfangen, erkundeten Döbeln auf einem Stadtrundgang und besuchten das Stadtmuseum im Döbelner Rathaus. Mittwoch und Freitag standen Erkundungen der Landeshauptstadt Dresden und der Stadt Leipzig auf dem Programm. Donnerstag wurde an der Schule wieder in gemeinsamen Projekten gearbeitet.
Ein HipHop-Projekt mit deutschen und russischen Schülern gibt es in diesem Jahr wieder, denn Musik und Tanz verbinden. Vor zwei Jahren, beim letzten Schüleraustausch, erarbeiteten die Schüler gemeinsam einen deutsch-russischen Rap.
"Am Wochenende haben sich die Gastfamilien allerlei Unternehmungen mit ihren Schützlingen vorgenommen", weiß Monika Brosch, Russischlehrerin und Initiatorin des deutsch-russischen Schüleraustausches am Lessing-Gymnasium. Sie betreut das Programm mit ihren vier Russischlehrerinnen des Gymnasiums: Katrin Berge, Ingrid Hopke, Kirsten Völzke und Heidrun Ludwig.
Montag wird wieder gemeinsam am Lessing-Gymnasium gelernt, bevor am Dienstag und Mittwoch Goethe und Schiller in Weimar besucht werden. Am Donnerstag findet dann eine große Abschlussparty statt, bei der die Projektarbeiten und das HipHop-Projekt vorgestellt werden. Nach einem Tag in Berlin reisen die Moskauer Schüler und ihre Begleiter dann am kommenden Sonnabend wieder ab.
Neben der Schulpartnerschaft mit dem Moskauer Gymnasium unterhält das Lessing-Gymnasium Döbeln außerdem noch Schulpartnerschaften mit dem französischen Evron und mit der westfälischen Partnerstadt Unna. Der Austausch mit einer Schule im nordamerikanischen Seattle lief dagegen aus, nachdem dort das Fach Deutsch nicht mehr gelehrt wird. An diese Stelle soll eine neue Schulpartnerschaft mit einer englischen Schule treten.
Döbelner Allgemeine Zeitung
Thomas Sparrer
10.09.2011

