04.11. Warmer Hut und neue Fenster für alte Dame
Döbelner Stadtrat vergibt Planungsleistungen für die energetische Sanierung des Hauptgebäudes am Gymnasium
Wenn alles gut geht, wird im kommenden Jahr das 1869 erbaute Hauptgebäude des Lessing-Gymnasiums Döbeln für rund eine Million Euro energetisch saniert. Der Döbelner Stadtrat stellte dafür gestern Abend die Weichen, indem die Planungsleistungen im Gesamtumfang von 116000 Euro an die Bauingenieure von IPRO Riesa vergeben wurden. Das Planungsbüro hatte sich gegen die Mitbewerber aus der Region, die Hirschmüller GmbH und das Planungsbüro Zache aus Großweitzschen, durchgesetzt. Allerdings musste Bauamtsleiter Erik Brendler das Auswahlverfahren in einem nicht öffentlichen Stadtratsteil zuvor ausführlich erläutern.
Finanziert werden soll die seit Jahren angestrebte Sanierung des Hauptgebäudes am Gymnasium mit Mitteln aus dem europäischen Efre-Programm. Dazu hatte der Stadtrat bereits einen Grundsatzbeschluss gefällt und Maßnahmen, wie den Bau einer öffentlichen Toilette in den Klostergärten und anderes zurückgestellt. Nun wird bereits mit den Förderstellen intensiv verhandelt, damit die Arbeiten am Gymnasium genehmigt und aus dem europäischen Geldtopf finanziert werden dürfen.
Auf wärmende Jacken
haben diese Siebtklässler fürs Foto verzichtet. Dafür bekommt das Hauptgebäude hinter ihnen vielleicht 2012 eine wärmende Hülle. Foto: Wolfgang Sens
Die Landesdirektion Chemnitz hatte die Vergabe der Planungsleistungen bereits als förderunschädlich vorab genehmigt. Im November wird die Stadtverwaltung weiter über die Efre-Mittel verhandeln. "Es ist noch nicht in Sack und Tüten. Doch wir sind zuversichtlich", sagte dazu gestern Oberbürgermeister Hans-Joachim Egerer (CDU). Das bedeutet, dass die 116000 Euro Planungskosten schlimmstenfalls für die Schublade sein könnten, wenn die Sanierung des Gymnasiums doch nicht als Efre-Projekt genehmigt würde.
Michael Höhme, Schulleiter des Lessing-Gymnasiums, freut sich und ist ebenso optimistisch, dass das traditionsreiche Hauptgebäude des LGD nun saniert werden kann. Im Hinterkopf hat er aber auch schon die Frage, wie er die Unterrichtsräume während der Sanierung mit Dach- und Fenstererneuerung unter laufendem Schulbetrieb freiplanen kann. Denn wird die energetische Sanierung des Altbaus mit den Europageldern genehmigt, muss das Gesamtprojekt 2012 durchgezogen und abgeschlossen werden. "Es wird sicher organisatorisch nicht leicht. Doch je früher begonnen wird, desto besser. Denn in den nächsten Jahren werden wir jeweils doppelt so viele neue Fünftklässler aufnehmen, wie wir Abiturienten entlassen", sagte Höhme am Abend im Gespräch mit der DAZ.
Döbelner Allgemeine Zeitung
Thomas Sparrer
04.11.2011
Startschuss für Schulsanierung
Im Gymnasium sollen Dach und Fenster erneuert werden. Den Beschluss gibt es, das Geld dafür hat die Stadt aber noch nicht.
Die Stadt Döbeln hat bei der Modernisierung ihrer Schulen einen weiteren Schritt nach vorn getan. Gestern Abend hat der Stadtrat die energetische Sanierung des Haupthauses des Gymnasiums beschlossen. Die Schule soll ein neues wärmegedämmtes Dach und 180 neue Fenster bekommen. Aber: Die Finanzierung des Vorhabens – insgesamt 960000 Euro – ist noch nicht gesichert. Die Zusage für die nötigen Fördermittel fehlt noch.
Die Stadt muss aber aufs Tempo drücken. Das gesamte Vorhaben ist im kommenden Jahr abzuschließen. Deshalb wurde die Planung für die Sanierung gestern an die Firma IPRO Riesa vergeben. Das dafür benötigte Geld hat die Landesdirektion Chemnitz vorab zugesagt. Oberbürgermeister Hans-Joachim Egerer (CDU) geht davon aus, dass auch die Finanzierung des Gesamtvorhabens bewilligt wird. „Ein Risiko ist aber dabei.“
Rosa Weber (l.)
und Doreen Klingenberg aus der 7a kümmern sich mit Hausmeister Gerd May liebevoll um eines der alten Fenster des Gymnasiums. Aber es ist wie die rund 180 anderen Fenster der Schule nicht zu retten. Im kommenden Jahr sollen sie komplett durch neue ersetzt werden. Foto: Lutz Weidler
Lange hatte es so ausgesehen, als ob die Stadt auf absehbare Zeit gar keine Fördermittel für die Sanierung des Haupthauses bekommt. Dann ergab sich die Möglichkeit, über das europäische EFRE-Programm doch noch an Geld zu kommen. Die Stadt musste allerdings dafür andere Projekte wie die Toilettenanlage in den Klostergärten opfern. Drei Viertel der Gesamtsumme würde die EU zuschießen. Der Stadt bliebe ein Eigenanteil von rund 240000 Euro.
Schulleiter Michael Höhme ist froh, das es jetzt losgehen soll. „Die Schule ist wirklich dringend renovierungsbedürftig. Einige der Fenster mussten wir schon mit Schrauben fixieren, damit sie nicht aus dem Rahmen fallen. Und auf dem Dach stehen Eimer, weil es an einigen Stellen reinregnet.“ Die Organisation des Unterrichts während der Bauzeit sei gut in den Griff zu bekommen. „Durch die Körnerplatzschule sind wir da flexibel.“
Etwa sechs Monate wird die Sanierung der Schule dauern. Beim Dach sollen das Gebälk instandgesetzt und die Dachhaut erneuert werden. Bleibt nach dem Einbau der Fenster finanziell noch „Luft“ wird auch noch die Fassade im Sinne des Denkmalschutzes mit Renovierputz und einem Anstrich aufgefrischt.
Kleinere Ertüchtigungen hatte es im Haupthaus auch schon in den vergangenen Jahren gegeben. So wurden neue Toiletten eingebaut und aus Gründen des Brandschutzes zwei zusätzliche Treppenhäuser. Komplett fertig ist die Stadt mit dem sogenannten Kunstgebäude. Dessen Umbau konnte im vergangenen Jahr abgeschlossen werden.
Döbelner Anzeiger
04.11.2011
Jens Hoyer

