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28.12. Kartoffelsalat statt Blumenkohlsuppe


Tinna Rut aus Island lernt am Döbelner Gymnasium und hat Weihnachten in Deutschland verbracht

Döbeln/Roßwein. Tinna Rut Thrastardottir ist seit diesem Schuljahr für zehn Monate als Austauschschülerin Gast am Lessing-Gymnasium Döbeln. Nach Deutschland kam die 17-Jährige, weil sie unsere Sprache lernen möchte. Nun hatte sie neben vielen anderen Erfahrungen die Chance, die Weihnachtszeit anstatt in ihrem Heimatort Olafsuik in Island bei ihrer Gastfamilie Mende in Roßwein zu erleben. Hier ein Vergleich.

Weihnachtsbäume

kennt die Isländerin Tinna Rut Thrastardottir auch aus ihrer Heimat. Bei ihr Zuhause steht jedes Jahr ein mindestens zwei Meter hoher Tannenbaum im Wohnzimmer. Foto: Anna-Luise Landgraf


Neu und aufregend waren für sie die Weihnachtsmärkte in der Adventszeit.Denn auf dem flächenmäßig zweitgrößten Inselstaat Europas wird die vorweihnachtliche Zeit in dieser Form nicht zelebriert. Das findet die Gastschülerin sehr schade, denn sie liebt die Atmosphäre der Vorfreude, die Musik, die einen auf das kommende Fest einstimmt und natürlich die gebrannten Mandeln und andere Leckereien, die man überall auf den Märkten erwerben konnte. Was ihr allerdings in Deutschland fehlt, ist der Schnee. Während der in diesem Jahr hier ganz schön auf sich warten lässt, gibt es in Tinnas Heimat genug davon. "In Island liegen mindestens 30 Zentimeter Schnee. Der gehört für mich einfach zu Weihnachten dazu", sagt die 17-jährige Schülerin sehnsüchtig.
Doch es gibt nicht nur Unterschiede zwischen Island und Deutschland, was die Weihnachtszeit betrifft. Die großen geschmückten Weihnachtsbäume zum Beispiel, die bei uns Plätze und Räume bereichern, kennen auch die Isländer. "In unserem Wohnzimmer steht jedes Weihnachten ein Tannenbaum. Der ist immer mindestens zwei Meter hoch", berichtet Tinna Rut. Unter diesem Baum liegen am Heiligabend dann die vielen Geschenke, die nach dem gemeinsamen Besuch des Gottesdienstes ausgepackt werden. An diesem Abend ist, wie auch oft in Deutschland, die ganze Familie versammelt, um gemeinsam zu essen. Doch während es in Tinnas Familie traditionell Blumenkohlsuppe gibt, konnte sie dieses Jahr bei ihrer Gastfamilie Kartoffelsalat mit Wiener Würstchen genießen.
Worauf sich die Isländerin in diesem Jahr am meisten freute, war zum einen das Krippenspiel in der Kirche, was sie auch in Island sehr schön findet. Und zum anderen, endlich die vielen Geschenke auspacken zu dürfen, die sie schon vor über zwei Wochen von ihrer Familie aus Island zugeschickt bekommen hat. "Ich mag am liebsten die ganz großen Geschenke. Aber das bisher beste Geschenk war ein grauer Strickpulli, den ich einmal von meiner Oma bekommen habe."
Ob sie nun Weihnachten in Island oder in Deutschland besser findet, kann Tinna Rut nicht genau sagen. "Am liebsten wäre mir ein Mix aus beiden zusammen", lächelt die Austauschschülerin.

Döbelner Allgemeine Zeitung
Anna-Luise Landgraf
28.12.2011