15.12. Brandschutz wird deutlich teurer

Seit den Herbstferien laufen die Bauarbeiten zur Verbesserung des Brandschutzes im Lessing-Gymnasium. Es ist eines der größeren Bauvorhaben, die die Stadt in diesem Jahr realisiert. Und es wird deutlich teuer, als geplant. Rund 100 000 Euro liegen die Kosten über der Summe, die ursprünglich dafür vorgesehen war. Statt 450 000 Euro sind es 550 000 Euro geworden. Schon die Ausschreibung der Leistungen für den ersten Bauabschnitt – das sogenannte naturwissenschaftliche Gebäude – hatte eine höhere Summe ergeben. Das ist aber ein allgemeines Phänomen – viele Baufirmen sind derzeit ausgelastet, was die Preise treibt.

Allerdings ist das nur ein Grund. „Da stellen sich manchmal Sachen heraus, die man nicht eingeplant hat“, sagte Baudezernent Thomas Hanns. So sollten ursprünglich die Unterdecken in den Gängen nur teilweise erneuert werden. Wie sich aber herausstellte, war es notwendig, die darin liegenden Elektroleitungen brandschutztechnisch zu „verkoffern“. Dafür mussten die Decken komplett entfernt und auch wieder neu eingebaut werden. In der Stadtsporthalle, die im kommenden Jahr aufgerüstet wird, musste die geplante Brandmeldeanlage bis auf die danebenliegende Mensa ausgedehnt werden.

Die Bauarbeiten am naturwissenschaftlichen Gebäude sind fast beendet. Nur in der unteren Etage sind zwei Physikkabinette bis in die erste Januarwoche noch nicht nutzbar, so die stellvertretende Schulleiterin Heike Geißler. „Wir haben uns aber damit arrangiert.“ Ab Juni kommenden Jahres soll es mit der Brandschutzertüchtigung der Stadtsporthalle weitergehen, die dann ebenfalls über mehrere Monate gesperrt wird. Die Ausschreibungen werden Anfang des Jahres erfolgen, sagte Baudezernent Thomas Hanns. Er hofft vor Beginn der Bausaison auf günstigere Preise.

Die Stadt will die überplanmäßigen Kosten über Fördermittel finanzieren. Dazu wird es Umverteilungen in den Budgets der zwei Förderprogramme „Stadtumbau Ost“ und „Brücken in die Zukunft“ geben.
Aus dem Programm „Brücken in die Zukunft“ stehen der Stadt rund zwei Millionen Euro von Land und Bund für eine ganze Reihe von Vorhaben zur Verfügung. Wenn es an einer Stelle teurer wird, kann an anderer Stelle gestrichen werden. Auf der Liste hat die Stadt einige Austauschmaßnahmen von geringerer Dringlichkeit stehen, die dann möglicherweise nicht realisiert werden können. Dazu gehören Instandsetzungsarbeiten am Sportplatz Döbeln Ost und der Abriss von Nebengebäuden des ehemaligen Polytechnischen Zentrums an der Staupitzstraße.

Jens Hoyer
DA 15.12.17

Im naturwissenschaftlichen Gebäude des Gymnasiums mussten alle Decken in den Fluren erneuert werden, was eigentlich nicht geplant war. Das macht das Vorhaben teuer. Dietmar Thomas

Mehr Geld für Brandschutz am Lessing-Gymnasium

Arbeiten am Naturwissenschaftlichen Gebäude vor dem Abschluss / Im Frühsommer ist Stadtsporthalle dran

Die Arbeiten im naturwissenschaftlichen Gebäude des Lessing-Gymnasiums Döbeln sind größtenteils beendet. Nur im Erdgeschoss sind die Handwerker noch bis Mitte Januar 2018 tätig. „Wir haben für die erste Woche nach den Weihnachtsferien noch die beiden Physikkabinette ausgeplant. Damit kommen wir aber ganz gut zurecht“, sagt die amtierende Schulleiterin Heike Geißler.

Das Döbelner Lessing-Gymnasium ist seit Oktober wieder zur Baustelle geworden. Das vor rund 20 Jahren neugebaute naturwissenschaftliche Gebäude war deshalb im Oktober für den Unterricht nicht nutzbar. Nach den Oktoberferien mussten deshalb ersatzweise der Theaterkeller und die Aula als Klassenräume genutzt werden.

Die Brandschutzbestimmungen für Schulgebäude wurden wenige Jahre nach dem Bau verschärft. Jetzt musste die Stadt handeln. Mit Geld aus den Förderprogrammen „Brücken in die Zukunft“ und „Stadtumbau-Ost“ kann die Stadt das Ganze bezahlen. Zunächst mussten mit aufwendigen Betonarbeiten die Lichtschächte im Innenraum des Gebäudes verschlossen werden. An mehreren Stellen konnte man damit über drei Etagen von ganz oben nach ganz unten schauen. Der Haken, Rauch oder Feuer könnten sich nach Lesart der später beschlossenen Brandschutzrichtlinien ungehindert über alle Stockwerke ausbreiten.

Aktuell arbeiten die Mitarbeiter der Döbelner Firma DAM nur noch im Erdgeschoss. Hier mussten die Kabel- und Leitungstrassen noch feuersicher in Unterdecken verpackt werden.

Insgesamt musste der Stadtrat im Dezember rund 100 000 Euro Mehrkosten freigeben. Zum einen waren die Angebote im Ausschreibungsverfahren deutlich höher ausgefallen. Unvorhersehbare Mehrausgaben verursachte die nachträgliche Schottung von Kabeltrassen. Außerdem gab es Auflagen im Genehmigungsverfahren, welche das Bauen verteuert haben. „Gedeckt werden die Mehrkosten durch Umverteilungen in den Förderprogrammen „Stadtumbau Ost“ und „Brücken in die Zukunft““, erklärt Stadtpressesprecher Thomas Mettcher. Weil die Umsetzung des Programmes ein laufender Prozess sei, war von Anfang an klar, dass es Verschiebungen geben kann. Im Programm gebe es Maßnahmen mit hoher Priorität und welche, die von vornherein als Ersatzmaßnahmen festgelegt wurden. Zu letzteren gehören beispielsweise Erhaltungsmaßnahmen am Sportplatz Döbeln-Nord oder Abbrucharbeiten an Nebengebäuden des ehemaligen Polytechnischen Zentrums. Das dafür geplante Geld gleicht nun die Mehrkosten aus.

VON THOMAS SPARRER
DAZ 28.12.17

Lutz Kahlert von der Döbelner Ausbau und Montage GmbH verschleift die neuen Decken, welche die Kabeltrassen im naturwissenschaftlichen Gebäude verkleiden. Foto: Th. Sparrer