16.12. Mehrstimmig, leidenschaftlich, vielfältig

Proppevolles Weihnachtskonzert am Döbelner Gymnasium

Richtig proppevoll ist die Aula des Lessing-Gymnasiums zum traditionellen Weihnachtskonzert. Und weil „voll“ eben nur eine relative Kategorie ist, werden bis kurz vor knapp noch eifrig Stühle in die Aula geschleppt, damit auch die spätesten Gäste noch die Musik erleben können. Dass sie so zuhauf strömen, freut zwei junge Pädagoginnen an diesem Abend besonders: Kunstlehrerin Sandra Völs und Musiklehrerin Therese Nitzsche, die zu Schuljahresbeginn die Chorleitung von Stefan Jänke übernommen haben und die nun erstmalig ein Programm in eigener Handschrift vorstellen.

Um es gleich vorweg zu schicken: Die Feuertaufe der sich wunderbar ergänzenden musischen Pädagoginnen ist gelungen, der Wechsel in der Chorleitung, der bei vielen Ensembles oft für Krisen sorgt, scheint am Lessing-Gymnasium unproblematisch über die Bühne gegangen zu sein. Was nach wie bewundernswert ist: Die drei Dutzend Sänger des Kinder- und Jugendchores musizieren mit beeindruckender Leidenschaft und sind stimmlich so gut ausgebildet, dass selbst Mehrstimmigkeit und Singen in höheren Tonlagen kein Problem ist. Was am Abend immer wieder auffällt: Die Leitung teilen sich die beiden Damen streng paritätisch. Wer gerade nicht dirigiert, darf vom Klavier aus begleiten.

Franz Leutert begeisterte mit Stimme und Klavierspiel. Foto: LGD

Auch die sich immer wieder erstaunlich schnell erneuernde Schulband ist am Weihnachtskonzert beteiligt. In der aktuellen Besetzung mit einem Fünftklässler am Saxophon sorgt die Truppe nicht nur für gute Stimmung, sondern auch für reichlich Abwechslung im Programm, das den Bogen vom mittelalterlichen Choral zum zuckerwattigen Wham-Evergreen „Last Christmas“ schlägt. Symptomatisch für diese Vielfalt sind die beiden Zugaben: Zunächst darf der Saal mit dem Chor „Oh du fröhliche“ singen, was leider das einzige Mitsinglied bleibt. Dann klatscht alles begeistert (wenngleich auch konsequent auf die falschen Zählzeiten) bei einer flotten Up-Tempo-Nummer der Band.

Eine wirklich schöne Neuerung im Weihnachtskonzert ist der Auftritt der kleinen Theatergruppe. Die Darsteller spielen eine erfrischende Version eines Krippenspieles, in dem Schäfchen mit Leuchtsternen, streitende Tiere und Engel mit zu viel Erwartungsdruck immer wieder für Lacher sorgen. Abgerundet wird das Ganze mit zwei außergewöhnlichen Auftritten: Partnerschüler aus Usti präsentieren sich musikalisch, und der neu gegründete Lehrerchor bietet zwei Lieder.

VON HAGEN KUNZE
DAZ 16.12.17

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Erster Auftritt des neuen Lehrerchors

Beim Weihnachtskonzert des Lessing-Gymnasiums gab es eine Überraschung

von Jens Hoyer (DA, 15.12.2017)

Er war die Überraschung des Abends: Beim Weihnachtskonzert des Lessing-Gymnasiums hatte der neue Lehrerchor der Schule seinen ersten Auftritt. 18 Frauen und Männer, die sich im Chor zusammengefunden haben, standen zum ersten Mal vor Publikum. Es soll kein einmaliges Projekt sein.

„Sie wollen sich jetzt regelmäßig treffen und singen“, sagte die stellvertretende Schulleiterin Heike Geißler. Geleitet wird der Chor von Angela Voßmeier.

So waren es diesmal drei Chöre, die das Weihnachtskonzert des Lessing-Gymnasiums gestalteten. Auch der Kinder- und der Jugendchor singen unter neuen Leitungen, seit Stefan Jänke Ende des vorigen Schuljahres aufgehört hatte. Der Kinderchor wird jetzt von Sandra Völs geleitet, der Jugendchor von Therese Nitzsche, beide Lehrerinnen. „Sie haben sich zum Glück bereit erklärt, die Chöre zu übernehmen. Es fallen ja keine Chorleiter vom Himmel“, sagte Heike Geißler. Die beiden verfolgten ein neues Konzept. „Es war ein sehr beschwingtes und junges Konzert.“

Zu Gast waren auch zwei Mädchen aus Usti nad Labem, die mit Soloauftritten zu hören waren. Mit der dortigen Schule verbindet das Gymnasium eine Freundschaft. Am Mittwoch waren Schüler aus Usti in Döbeln, um mit Gymnasiasten der 9. Klasse ein Medienprojekt zu absolvieren. Mit Tabletcomputern gingen die jungen Leute aus Deutschland und Tschechien auf Spurensuche durch Döbeln. Danach liefen sie noch Schlittschuh auf der Eisbahn, sagte Heike Geißler.

„Wir planen öfter solche gemeinsamen Projekte. Wir müssten uns überlegen, ob wir nicht Partnerschulen werden. Usti ist schnell zu erreichen. Wir würden das sehr begrüßen.“