13.06. Physiker kämpfen um die Weltherrschaft

Theater AG des Lessing-Gymnasiums Döbeln feiert mit Dürrenmatts dramatischer Komödie Premiere im Döbelner Theater

Die kleine Bühne des TIB im gläsernen Anbau des Döbelner Theaters wurde gestern Abend zur psychiatrischen Klinik. In einer solchen spielt Friedrich Dürrenmatts dramatische Komödie „Die Physiker“. Die Acht- bis Zwölftklässler der großen Theater AG des Lessing-Gymnasiums proben seit Schuljahresbeginn an dem Stoff, legten ein Probenwochenende auf Gut Gödelitz ein und feilten seit Tagen im Theater an den Feinheiten der Inszenierung. Gestern Abend war die Premiere für das dritte Stück, das die beiden Lehrer Daniele Sturm und Tommy Greim als Regieduo mit Schülern auf die Bühne bringen.

Kurze Entspannung vor dem großen Auftritt: Die Theater AG des Lessing-Gymnasiums feierte gestern Abend im Döbelner Theater erfolgreich die Premiere des Dürrenmatt-Stückes „Die Physiker“. Fast zwei Stunden fesselten die 14 Darsteller aus den Klassen acht bis zwölf die Zuschauer. Fotos: Thomas Sparrer

Die 14 jungen Leute haben nicht nur Texte gelernt, sondern sich intensiv in die Rollen eingefühlt. Der Physiker Möbius, überzeugend gespielt von Tom Herzog, hat sich in die Psychiatrie zurückgezogen und gibt sich als Irrer aus, um die Welt vor den Konsequenzen seiner Entdeckungen zu schützen. Doch zwei seiner scheinbar ebenso wahnsinnigen Mitinsassen halten sich für Einstein (gespielt von Clara Leithold) und Newton (Nick Sparrer). Doch beide entpuppen sich als Geheimagenten verfeindeter Mächte, die an Möbius` Weltformel wollen. Um nicht aufzufliegen, werden Krankenschwestern (Maxi Richter) ermordet, ermittelt ein Kriminalinspektor (Franz Leutert) und kommt es im zweiten Akt zur schlimmstmöglichen Wendung. Denn jemand ganz anderes, überzeugend gespielt von Paulin Schwarze, entpuppt sich als tatsächlich wahnsinnig.... Die Eltern, Lehrer und Mitschüler bei der ausverkauften Premiere am Montag bekamen tolles Theater geboten. Heute beginnt 19 Uhr eine zweite Abendvorstellung, für die gibt es noch Karten. Zudem wird heute und am Mittwoch für Mitschüler im Rahmen der Schultheatertage gespielt.

Anstaltsleiterin (Paulin Schwarze l.) sorgt für die dramatische Wendung bei den drei Physikern, gespielt von Clara Leithold (2.v.l.), Nick Sparrer (2.v.r.) und Tom Herzog (r.).

Döbelner Allgemeine Zeitung
Thomas Sparrer
13.06.2017


Willkommen im Irrenhaus

Die Theater AG hat Dürrenmatts „Physiker“ auf die Bühne gebracht. Für einige Schüler ist es ein Abschied.

Es ist schon sehenswert, wenn sich Möbius alias Tom Herzog in sein Zimmer in der Irrenanstalt einfädelt. Das „Zimmer“ ist ein etwas größerer Vogelkäfig, die Überspitzung der an grotesken Szenen sicher nicht armen Komödie „Die Physiker“. Die Theater AG des Lessing-Gymnasiums hat sich Dürrenmatts anspruchsvolles Stück vorgenommen. Am Montag war Premieren. „Wir haben das Stück gemeinsam ausgesucht“, sagt Daniele Sturm, die mit ihrem Kollegen Tommy Greim die Proben leitet.

Die letzte Probe vor der Premiere. Im TiB hat die Theater-AG des Lessing-Gymnasiums Dürrenmatts „Die Physiker“ aufgeführt. Die vier Vorstellungen werden vor allem von Schülern besucht. Foto: Jens Hoyer

Kernphysiker Möbius hat die Formel für die Zerstörung der Welt entdeckt und sich ins Irrenhaus geflüchtet. Dort trifft er auf Einstein und Newton, eigentlich Geheimagenten. Und er gerät in die Fänge von Fräulein Mathilde von Zahnd, der Anstaltsleiterin, die sein Wissen klaut und die die einzig wirklich Verrückte ist.

Gespielt wird sie von Paulin Schwarze, die sich seit der fünften Klasse in der AG „hochgespielt“ hat. „Das ist meine letzte Premiere.“ Sie hat das Abi in der Tasche und will Kulturwissenschaften studieren. Auch für Lukas Fuchs, der für die Technik zuständig ist, ist es das letzte Stück. Insgesamt sind vier Vorstellungen geplant.

Döbelner Anzeiger
Jens Hoyer
14.06.2017

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