Lessing-Gymnasium Döbeln

Start | Schule während der Pandemie | Ukraine-Klasse | Neue Klasse 5 | Schul- und Spendenkonto | Kontakt | Impressum | Datenschutz

24.06. Blau-gelber Teamtag am Gymnasium

Schülerrat des LGD lud ukrainische Mitschüler ein

Für etwas Ablenkung und das gegenseitige Kennenlernen war am Donnerstagvormittag der Teamtag gedacht, den die Schülerräte des Lessing-Gymnasiums für die ukrainischen Kinder an ihrer Schule auf die Beine gestellt haben. „Wir wollten etwas mit den ukrainischen Schülern unternehmen, sie besser kennenlernen und auch ihre Teamfähigkeit untereinander stärken“, sagt Yannis vom Schülerrat. Schon auf dem Fußmarsch von der Außenstelle des Gymnasiums am Körnerplatz bis in die Klosterwiesen wurden Kennenlernspiele veranstaltet.

Im Spinnennetz ging es darum, sich gegenseitig hindurch zu helfen. Foto: Thomas Sparrer

Vor Ort gab es ein gemeinsames Frühstückspicknick und wurden die verschiedenen Aktionen vorbereitet. So gab es das Spinnennetz aus Fäden mit einem Glöckchen, durch das alle Kinder kommen mussten, ohne dass das Glöckchen läutete. Beim Flussmonsterspiel musste sich die Gruppe auf kleinen Teppichen fortbewegen, in dem diese immer weitergerückt wurden. Immer war Teamgeist gefragt. 24 ukrainische Kinder zwischen neun und 16 Jahren lernen in der DaZ-Klasse (Deutsch als Zweitsprache) am Gymnasium. „Sie verstehen schon recht gut deutsch, nur mit dem selbst sprechen, tun sich einige noch schwer, weil der Wortschatz natürlich noch sehr begrenzt ist“, sagt Lehrerin Yuliia Bordack.

Döbelner Allgemeine Zeitung
Thomas Sparrer
24.06.2022


Abwechslung vom Schulalltag im Spinnennetz

Ukrainische Schüler der DaZ-Klasse genießen in den Klostergärten ein Picknick. Eigentlich hätten sie jetzt schon Ferien.

Zwischen zwei Bäumen in den Klostergärten ist ein riesiges Spinnennetz gespannt. Yannis Leistert und Can Savul vom Schülerrat des Döbelner Lessing-Gymnasiums haben Wollfäden gespannt und in der Mitte ein Glöckchen aufgehängt. Die Aufgabe ist: Durch das Netz schlüpfen, ohne dass das Glöckchen bimmelt. Man kann sich durchschlängeln oder auch jemanden durch die Maschen hindurchreichen. Auf jeden Fall gibt es spaßige Szenen.
Der Schülerrat hatte einen „Teamtag blau-gelb" organisiert. Blau-gelb wegen der jungen Ukrainer aus der sogenannten DaZ-Klasse, die dazu eingeladen waren. Die Schüler, die in der Körnerplatzschule lernen, erwartetet ein Picknick und eine Reihe von Teamspielen. Auch, um sich besser kennenzulernen, wie Annalena Nagel vom Schülerrat erklärte. Im April hatte die Arbeitsgruppe „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage" schon einen Stadtrundgang für die ukrainischen Schüler organisiert.

Beim Spinnennetz ist Zusammenarbeit gefragt. Man kann jemanden durch die Maschen heben, wie es Can Savul vom Schülerrat des Lessing-Gymnasiums vormacht. Foto: Dietmar Thomas

In der DaZ-Klasse dreht sich der Unterricht vor allem um einen Punkt. Die Schüler sollen Deutsch lernen, um langsam in den normalen Unterricht an den verschiedenen Schulen integriert zu werden. Das funktioniert bei einigen Schülern besser, bei anderen schlechter, erzählte Yuliia Bordack, eine gebürtige Ukrainerin, die die Klasse unterrichtet „Die Kinder haben schon viel geschafft und sich entwickelt Sie verstehen schon viel von der deutschen Sprache." Ein großes Problem sei die Barriere beim Sprechen. „Was kann ich mit den Worten sagen, die ich schon beherrsche? Da geht es langsam vorwärts." Reines Pauken der Sprache langweile die Schüler. Yuliia Bordack verknüpft das Lernen der Sprache mit spannenden Aufgaben. „Wir haben Polizei gespielt. Fünf Frauen und fünf Männer. Wer gehört zu wem und wer arbeitet als was", erzählt sie. Der Schulalltag sei nicht nur wegen des Sprachdefizits schwierig für die Schüler. In der Ukraine sind seit Mai schon Ferien.
Im kommenden Schuljahr sollen die Schüler langsam in den normalen Unterricht integriert werden. Je nach den Fähigkeiten am Gymnasium, der Oberschule oder der Lernförderschule. Die ersten älteren Jugendlichen würden jetzt auch schon eine Berufsausbildung beginnen.
Die DaZ-Klasse besuchen derzeit 24 Schüler bis 16 Jahre. Der Jüngste, ein Neunjähriger, sei sehr begabt und deshalb aus der DaZ-Klasse der Grundschüler zum Gymnasium gewechselt. Eine ganze Reihe von Kindern hätten die Klasse auch schon wieder verlassen, erzählt Yuliia Bordack. Die Mütter seien mit den Kindern in die Ukraine zurückgekehrt, ungeachtet der Kämpfe. Sie hätten nicht länger von ihren Männern und erwachsenen Söhnen getrennt sein wollen, erzählte die Lehrerin.

Döbelner Anzeiger
Jens Hoyer
24.06.2022