07.09. Am Döbelner Gymnasium wird gebaut

Chemie-, Bio- und Physikunterricht ziehen in Aula und Theaterkeller um
Das Döbelner Lessing-Gymnasium wird wieder zur Baustelle. Das vor rund 20 Jahren neugebaute naturwissenschaftliche Gebäude wird im Oktober für den Unterricht nicht nutzbar sein. „Nach den Oktoberferien müssen wir für zwei Wochen auf das komplette Gebäude verzichten. Wir haben dafür einen entsprechenden Stundenplan erarbeitet“, kündigte die amtierende Schulleiterin Heike Geißler am Dienstag bei der Versammlung der Elternvertreter des Gymnasiums an. „Wir werden den Theaterkeller und die Aula ersatzweise als Klassenräume nutzen. Versuche wie im Chemiehörsaal sind dort natürlich nicht möglich“, so die Schulleiterin.

Obwohl erst vor etwas mehr als 20 Jahren neu gebaut, hat das jüngste Gebäude auf dem Campus des Lessing-Gymnasiums ein Brandschutzproblem. „Die Brandschutzbestimmungen für Schulgebäude wurden wenige Jahre nach dem Bau verschärft. Jetzt muss die Stadt handeln“, sagt Thomas Mettcher, Pressesprecher im Döbelner Rathaus. Mit Geld aus den Förderprogrammen „Brücken in die Zukunft“ und „Stadtumbau-Ost“ kann die Stadt das Ganze bezahlen.

Der Architekt plante in dem sehr markanten neuen naturwissenschaftlichen Gebäude damals Lichtschächte im Innenraum. An mehreren Stellen kann man damit über drei Etagen von ganz oben nach ganz unten schauen und fällt das Licht entsprechend ein. Der Haken, Rauch oder Feuer könnten nach Lesart der später beschlossenen Brandschutzrichtlinien sich ungehindert über alle Stockwerke ausbreiten. „Die vier Deckenöffnungen werden deshalb mit Beton verschlossen. Die recht groben Arbeiten sind nicht mit dem Unterricht in den Fachkabinetten zu vereinbaren“, sagt Thomas Mettcher. Die zweiwöchigen Herbstferien reichen allerdings für die aufwendigen Betonarbeiten nicht aus. Es wird den ganzen Oktober dauern. „Zwölf Klassenräume müssen wir ausplanen. Wir schaffen das“, vermittelte die amtierende Schulleiterin Heike Geißler den Elternvertretern am Dienstagabend. Am 29. September, dem letzten Schultag vor den Herbstferien, wird das Gebäude ausgeräumt.

„Bis Ende November sollen die Arbeiten am naturwissenschaftlichen Gebäude insgesamt dauern. Nach den Betonarbeiten kann parallel zum Unterricht am neuen Hausalarmierungssystem gearbeitet werden. Ebenso wird eine Notbeleuchtung samt Batterien für den Notstrom eingebaut“, ist dazu gestern ergänzend von Stadtsprecher Thomas Mettcher zu erfahren. Auch im nächsten Jahr wird nochmals am Gymnasium gebaut. Dann bekommt die Stadtsporthalle eine Aktualisierung des Brandschutzes. Eine neue Brandmeldeanlage, neue Sicherheitsbeleuchtung und eine gläserne Abtrennung im Eingangsbereich der Halle sind an der Reihe. Im Kern werden dafür die Sommerferien genutzt. Die wärmere Zeit davor und danach soll der Sportunterricht zudem ins Freie verlegt werden.

Das neue Schuljahr ist am Gymnasium ansonsten reibungslos gestartet. Alle Stellen sind besetzt, der Unterricht ist abgesichert. Vom 18. bis 28. September fahren Döbelner Schüler an die französische Partnerschule nach Evron. Im März werden die französischen Schüler in Döbeln zu Gast sein. Keine direkten Austausche sind in diesem Schuljahr mit der Partnerschule in den englischen Middlands geplant. Im Fach Russisch wird es ab Oktober am Gymnasium wieder eine Fremdsprachassistentin geben. Maria Schlykowa, die schon im vergangenen Schuljahr in Döbeln arbeitete, kommt für ein weiteres Jahr ans Lessing-Gymnasium.

Maria Berger, Sarah Berger und Jana Schneiderheinze aus der Abiturstufe schauen aus der noch offenen oberen Etage des naturwissenschaftlichen Gebäudes herunter. Die Zwölfer hatten übrigens gestern Thementag. Wer nicht im Schlafanzug zur Schule kam, musste fünf Euro in die Kasse zur Finanzierung des Abiballs einzahlen.

Thomas Sparrer
DAZ 07.09.2017