18.09. Von Döbeln in die weite Welt

Von Döbeln in die weite Welt - China weltwärts

Hühnerbeine auf dem täglichen Speiseplan (also die gelben – keine Hähnchenschenkel!), Skorpionjagd im Wald nach dem Unterricht oder Toilettenbenutzung in Hockstellung – von solchen und anderen skurrilen Erlebnissen wusste Friedhelm Finsterbusch, Absolvent des Abiturjahrgangs 2016 an unserem Gymnasium, am Montagnachmittag (18.09.) interessierten Elft- und Zwölftklässlern zu berichten.

Was tun nach erfolgreich bestandenem Abi, wenn man sich nach zwölf anstrengenden Schuljahren nicht gleich in Studium oder Ausbildung stürzen will?

Friedhelm entschied sich für den “weltwärts“-Freiwilligendienst, der Projekte im außereuropäischen Ausland anbietet bzw. betreut und begab sich auf ein Abenteuer der besonderen Art:

Ein Jahr lang war er an einer Mittelschule im Süden Chinas tätig und unterrichtete wöchentlich vierzehn Klassen mit jeweils 50! Schülern in mündlichem Englisch.

Dabei ist die Klassenstärke nicht der einzige Unterschied zu unserem Schulbetrieb: Einheitliche Schulkleidung, gemeinsamer Morgensport, Unterricht bis in die späten Abendstunden sowie am Samstagvormittag und Anwesenheitspflicht der Schüler bereits am Sonntagabend prägen dort den Schulalltag: Wochenendparty ade – ist da vielleicht so manchem der anwesenden Schüler durch den Kopf gegangen.

Ein kurzer Vorbereitungskurs vor Antritt der Reise musste Friedhelm genügen, um sich u. a. auch mit der Sprache vertraut zu machen. Gar nicht so einfach, denn im Chinesischen entscheiden mitunter Betonung und Länge einzelner Silben über die Wortbedeutung – heißt: eine Silbe falsch betont, und du hast etwas gesagt, was du besser hättest nicht sagen sollen …

Trotz aller außergewöhnlichen Umstände, die der junge Mann weitgehend auf sich allein gestellt bewältigen musste, glaubt man ihm aufs Wort, wenn er betont, dass ihm der Abschied von „seinen“ Schülern und „seiner“ Schule am Ende des Jahres schwergefallen sei.

Die Entdeckung atemberaubender Landschaften, aber vor allem die Begegnung mit warmherzigen, gastfreundlichen Menschen haben seinen Blick auf die Welt erweitert und seinen Erfahrungsschatz ungemein bereichert, stellt er fest.

Und vielleicht hat sich der ein oder andere interessiert lauschende Zuhörer gedacht: Das wäre auch etwas für mich – es muss ja nicht gleich China sein.


R. Reiprich