Lessing-Gymnasium Döbeln

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Nach den Ferien kommen die Roboter

Das Medienprofil am Lessing-Gymnasium kann dank 50 000 Euro von der Porsche Stiftung aufrüsten.

Für Ursula Kührig und Tommy Greim war das wie Weihnachten im Sommer. Der Fachleiterin für Naturwissenschaften und dem Fachleiter für den musisch-künstlerischen Bereich am Lessing-Gymnasium blieb bei dieser Geldsumme glatt die Spucke weg. Vor zwei Jahren wurde das gesellschaftswissenschaftliche Profil in ein Medienprofil umgewandelt. Neben dem naturwissenschaftlichen Profil und dem sprachlichen Profil können es die Schüler ab Klasse 8 wählen. Die Hälfte der Schüler nutzt zwischenzeitlich das Medienprofil. Damit und mit dem zugehörigen Projekt „Digital-Medial-Genial“ hatte sich das Gymnasium bei der Ferry-Porsche-Challenge beworben und war unter 300 Bewerbern unter die 29 Finalisten gekommen. Eine Präsentation entschied dann über die weitere Platzierung.

Roboter-Bausätze sind der nächste Schritt im Medienprofil am Lessing-Gymnasium in Döbeln. Quelle: Sven Bartsch

Mit dem Spendenwettbewerb fördert die Ferry-Porsche-Stiftung insgesamt 31 Schulen, aus den Bundesländern Baden-Württemberg und Sachsen. Beide sind Standort des Unternehmens Porsche, auf dessen Gründer die Stiftung zurückgeht. Das Fördervolumen beträgt insgesamt 1,2 Millionen Euro. „Mit der Ferry-Porsche-Challenge 2021 möchten wir der Digitalisierung in unseren Schulen einen Schub geben. Die Ergebnisse der Challenge zeigen, wie Digitalisierung kreativ und innovativ umgesetzt werden kann. Genau hier setzen wir gemeinsam mit den Schulen an. Wir unterstützen mit der benötigten Hard- und Software und begleiten die Schulen zusätzlich bei der digitalen Umsetzung der Projekte“, sagt Sebastian Rudolph, Vorstandsvorsitzender der Ferry-Porsche-Stiftung.

Das Döbelner Gymnasium gehört zu den sechs Schulen, die mit einem zweiten Preis ausgezeichnet wurden. Dieser ist für jede der Schulen mit 50 000 Euro dotiert. Mit dem Medienprofil stärke die Schule innovativ die Medienkompetenz, beziehe dabei mehrere Generationen ein und verbreite eine gewisse Strahlkraft, was auf andere Schulen übertragbar sei, heißt es in der Begründung. Mittlerweile wählt die Hälfte der Schüler in den achten Klassen des Lessing-Gymnasiums das Medienprofil. Hier werden nicht nur Technik und Informatik berücksichtigt, sondern auch Medien im künstlerischen, literarischen und gesellschaftlichen Konsens betrachtet. Denn das Medienprofil ersetzte vor zwei Jahren das gesellschaftswissenschaftliche Profil am Gymnasium. Im Profilunterricht werden zudem in Klassenstufe 9 Medienscouts ausgebildet, die künftig die Schülern der sechsten Klassen sicher in die sozialen Netzwerke begleiten. Auch die künftigen Schülerdozenten im Projekt „Senioren ans Netz“ sollen aus dem Medienprofil hervorgehen.

Roboter-Bausätze sind der nächste Schritt im Medienprofil am Lessing-Gymnasium in Döbeln. Quelle: Sven Bartsch

Mit dem Geld der Ferry-Porsche Stiftung soll das Profil nun weiter für die Klassenstufe zehn aufgerüstet werden. Hier wird künstliche Intelligenz zum Thema. „Wir können nun große Lego-Bausätze anschaffen, mit denen die Schüler Roboter bauen und diese für komplexe Aufgaben programmieren können“, sagt Tommy Greim, der als Lehrer des Medienprofil mit verantwortet. Auch VR-Brillen und 3D-Drucker stehen auf der Einkaufsliste. „Zudem werden sich unsere Schüler sicher selbst ansehen können, was bei Porsche selbst in Sachen Robotik läuft. Denn das Unternehmen begleitet uns im Projekt mit Experten“, sagt Ursula Kührig. Die Mathe-Lehrerin hat nicht das erste Preisgeld für das Thema Digitalisierung an die Schule geholt. Beim Samsung-Wettbewerb „Digitale Bildung neu denken“ bekam das Gymnasium 2016 Geld für Tablets. Die reichlich zwei Klassensätze werden täglich im Unterricht eingesetzt. Seit 2018 ist das Lessing-Gymnasium eine der wenigen Smart-Schools in Deutschland, ausgezeichnet vom Branchenverband BitKom der IT-Industrie, der in dem Jahr seine BitKom-Konferenz am Döbelner Gymnasium abhielt. Seit 2019 darf sich das Döbelner Gymnasium zudem „Digitale Schule“ nennen.

„Die 50 000 Euro der Porsche-Stiftung sind ein absoluter Glücksgriff. Sie zeigen aber auch unsere Linie, aus der Schule heraus selbst die Initiative zu ergreifen“, sagt Schulleiter Michael Höhme stolz. Nun hofft er, dass es beim Thema schnelles Internet jetzt zügig vorangeht. Denn im Moment reichen die Bandbreiten in der Schule noch nicht für die digitale Zukunft. „Das Thema ist von der Politik eingetütet. Die Umsetzung dauert aber noch“, so der Schulleiter. Ganz praktisch liegt das Glasfaserkabel fürs Turbo-Internet bereits bis zum Penny-Parkplatz an der Schillerstraße. Von da fehlen nur noch wenige Meter bis zum Hauptgebäude der Schule.

Weil die Anschaffung der neuen Technik fürs Medienprofil aber nur die halbe Miete ist, setzt das Gymnasium auch darauf, das Lehrerkollegium mit entsprechenden Fortbildungen mitzunehmen und die Kollegen zu begeistern. So sind schon in der Vorbereitungswoche vor dem Schuljahresstart entsprechende Fortbildungen zu Apps auf dem Tablet, zu interaktiven Übungen mit den Tablets und zum Thema digitales Unterrichten und Lernen eingetaktet.

Döbelner Allgemeine Zeitung
Thomas Sparrer
28.07.2021


Porsche-Stiftung fördert junge Programmierer

Mit einem so hohen Preisgeld haben Schulleitung und Lehrer nicht gerechnet. Damit kann beim Medienprofil mehr als eine Schippe draufgelegt werden.

Kaum ein Schüler wird jetzt zum Start der Sommerferien schon wieder ans neue Schuljahr denken. Dabei haben die künftigen Zehntklässler des Döbelner Lessing-Gymnasiums (LGD) einen wirklich guten Grund zur Vorfreude.

Zumindest dann, wenn sie sich für das medienwissenschaftliche Profil entschieden haben. „Das ist bei immerhin der Hälfte unserer Absolventen der Fall", sagt Schulleiter Michael Höhme. Mit diesem schulspezifischen Projekt „Digital - Medial - Genial?“ hatte sich das Gymnasium an der Ferry-Porsche-Challenge beteiligt. Weil die Einrichtung zu den 29 Finalisten gehört, waren ihr bereits 5.000 Euro sicher. Doch am Ende hat es das LGD mit seiner Idee sogar zu einem zweiten Platz gebracht und kann nun insgesamt 50.000 Euro für den Kauf verschiedener Technik ausgeben. „Damit haben wir nie und nimmer gerechnet", geben Ursula Kührig, Fachleiterin für Naturwissenschaften, und Tommy Greim, Fachleiter für den musisch-künstlerischen Bereich und Lehrer unter anderem für das Medienprofil, zu.

Fachleiter Tommy Greim hat mit Neuntklässlern als künftigen Nutzern schon mal die ersten Lego-Roboter ausgepackt. Die konnte sich das Gymnasium Döbeln dank eines stattlichen Preisgeldes leisten. Foto: Dietmar Thomas

Wie Greim sagt, ist ein Klassensatz Ix*-go-Roboter bereits eingetroffen. Damit können Jugendliche Grundkenntnisse des Programmierens lernen. Robotik und künstliche Intelligenz sind als immer größer werdende gesellschaftliche Themen auch ein Schwerpunkt im medienwissenschaftlichen Profil. Wie Roboter dann professionell bei der Herstellung von Fahrzeugen eingesetzt werden, das könnten sich die Schüler bei einem Besuch im Porsche-Werk in Leipzig anschauen, so die Vorstellung der Lehrerschaft.

Dabei soll es nicht bleiben. Die Pädagogen hoffen auch auf einen fachlichen Austausch mit den Experten und, dass diese nicht nur die Gymnasiasten, sondern auch die Lehrer auf verschiedenen Gebieten anleiten, „ich denke, es ist ganz wichtig, dass die Kollegen wissen, welche Berufe in der Wirtschaft aktuell gefragt und welche Voraussetzungen dafür nötig sind", so der Schulleiter.

Das Preisgeld gibt aber noch ein paar weitere Anschaffungen her. So könnte sich Tommy Greim zum Beispiel vorstellen, einen Klassensatz VR-Brillen zu kaufen. Und Ursula Kührig fände es spannend, die neuen Möglichkeiten auszuprobieren, die ein 3D-Drucker bietet. Auch für andere technische Raffinessen zeigen sich die Lehrer offen. Michael Höhme sieht es als Anspruch des Lessing-Gymnasiums, einen möglichst großen Teil der Absolventen in Sachen Digitalisierung mitzunehmen, zu vermitteln, wie beispielsweise das Programmieren funktioniert. Denn das wird in immer mehr Berufen genauso gefragt sein wie im täglichen Leben.

Nicht zuletzt deshalb haben die Fachleiter auch vor, die Robotik-Module oder wenn es zum Kauf der VR-Brillen kommt, diese in den anderen Profilen und möglichst vielen Fächern einzusetzen. Auch die jüngeren Schüler sollen von den Anschaffungen und den damit verbundenen neuen Möglichkeiten profitieren, stellt Ursula Kührig in Aussicht Das wiederum findet der Schulleiter wirklich nachhaltig.

Dies dürfte auch im Sinne der 2018 gegründeten Ferry-Porsche-Stiftung sein. Sie fördert und initiiert gemeinnützige Projekte in den Bereichen Soziales, Umwelt, Bildung/Wissenschaft, Kultur und Sport. Die zweite Challenge stand im Zeichen kreativer und innovativer Digitalisierung an Schulen, für die Umsetzung stellt die Stiftung nun 1,2 Millionen Euro bereit.

Döbelner Anzeiger
Heike Heisig
27.07.2021