Interaktive Tafeln sind erst der Anfang

Das Lessing-Gymnasium setzt auf digitale Technik. Die interaktiven Tafeln sind aber erst der Anfang.

Schiefertafel und Kreide haben fast ausgedient. Ursula Kührig, Fachleiterin für Naturwissenschaften, tippt mit dem Finger auf die interaktive Tafel. Von diesen Geräten gibt es an der Schule bereits 14 Stück. Die Lehrerin verändert Farben, lässt mathematische Formeln auftauchen, wieder verschwinden und Musikinstrumente erklingen. Zuerst seien einige Kollegen von der neuen Technik nicht so begeistert gewesen. „Aber jetzt können wir von den Tafeln nicht genug bekommen – und die Schüler auch nicht“, erklärt die Lehrerin den Mitgliedern des Sozialausschusses des Stadtrates. Sie haben sich über den Unterricht im digitalen Zeitalter informiert.

Teamarbeit und Umgang mit digitalen Medien in der FvU-Woche "Medien" der 9. Klassen.

Das ist im Gymnasium bereits angebrochen und wird mit der Sanierung des Haupthauses weiter Einzug halten. „Wir planen einen großen Versuch“, sagt Schulleiter Michael Höhme. Im Hauptgebäude sollen alle Zimmer mit interaktiven Tafeln ausgestattet werden. Mit den vier vorhandenen, wären es dann 16. Außerdem werden im Nordflügel zwei Klassenzimmer zu einem großen Multimediakabinett zusammengelegt. Das soll mit 28 Computern ausgestattet werden. In zwei weiteren Zimmern will das Schulteam eine flexible Anordnung des Mobiliars ausprobieren. Denn der Frontalunterricht vor 14 neben- und hintereinander aufgereihten Tischen mit 28 Stühlen sei oft nicht mehr praktikabel. Zwar sei solcher Unterricht auch in den neu gestalteten Zimmern möglich, aber auch Gruppenarbeit an speziellen Tischen. Die sollen möglichst mit Tablets ausgestattet werden. „Acht bis zehn würden reichen“, meint Höhme. Ob er sie bekommt, weiß er noch nicht. Der Antrag dafür liegt bei der Landesdirektion Chemnitz. Die beiden Computerkabinette für den Informatikunterricht werde es auch weiterhin geben. „Damit sind sie aber fast komplett ausgelastet“, so der Schulleiter. Aber die Eigenständigkeit der Schüler soll immer stärker gefördert werden. Und dazu könnten die neu gestalteten Zimmer mit der modernen Technik beitragen.

Neue Technik gibt’s aber auch jetzt schon. Seit einigen Tagen stehen Lehrern und Schülern elektronische Wörterbücher zur Verfügung. In den taschenrechnergroßen Kästen verstecken sich nicht nur die Sprachen Englisch, Französisch, Spanisch und Latein, sondern auch der Duden. „Ab 2015 sind diese Wörterbücher für alle Prüfungsfächer erlaubt“, so Ursula Kührig.

Döbelner Anzeiger
Cathrin Reichelt
06.12.2013