Das Judentum erleben

Schüler reflektieren die deutsch – jüdische Geschichte

Am Donnerstagmorgen traten Schüler der elften und zwölften Klassen aus dem Wahlgrundkurs „Jüdische Geschichte“ ihre Reise nach Berlin an, um ihre Kenntnisse über deutsche Juden in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu vertiefen.

Nach vierstündiger Fahrt endlich angekommen, war das erste Ziel das Jüdische Museum Berlins. Während die Elftklässler das Museum erkundeten, arbeiteten die Schüler der 12. Klasse gruppenweise im Rahmen eines Workshops. Dabei spezialisierte sich jede Gruppe auf einen anderen Schwerpunkt, wie zum Beispiel das Schulwesen für jüdische Schüler oder die Kindertransporte, welche vielen jungen Juden das Leben retteten. Diese Kernthemen standen im Zusammenhang mit dem Leben Elsa Shamashs, einer jüdischen Zeitzeugin, die sich nach dem Workshop mit den erarbeiteten Themen und den Fragen der Schüler intensiv auseinandersetzte. In diesem Rahmen reflektierte sie ihre eigene Lebensgeschichte: Von ihrer glücklichen Kindheit über den Zwangswechsel auf eine jüdische Schule bis hin zu ihrem Kindertransport nach England, bei dem sie gerade einmal 11 Jahre alt war.

Nach diesen Eindrücken ging es für alle Schüler zur Abrundung ins GRIPS-Theater zum Stück „Die letzte Kommune“: Opa Friedrich, der sich gegen den Wunsch seiner Familie endlich ins Heim zu ziehen sträubt, startete noch ein letztes großes Abenteuer. Ironisch wurde seine Idee umrissen, eine WG aus drei Generationen zu bilden.

Der zweite Tag diente zu einem Rundgang auf dem jüdischen Friedhof in Weissensee. Auf dem ca. 40 ha großen Areal voller Mystik wurde es den Schülern ermöglicht, etwas über jüdische Trauergebräuche zu lernen und das Grab der einen oder anderen berühmten Persönlichkeit zu besuchen, wie zum Beispiel die Gräber Samuel Fischers und Rudolf Mosses.
Ein besonderer Dank wird an dieser Stelle Herr Höhme und Frau Niekrawietz zuteil, den Organisatoren der geschichtlichen Bildungsreise, auf der jeder Schüler durch das facettenreiche Angebot auf seine Kosten kam.

Text: Liesa Iser
Fotos: Johanna Buhtz
02.12.2013