09.12. Begegnungen mit dem Judentum

Zwei Tage intensiver Auseinandersetzung mit jüdischer Geschichte und Kultur standen für die Wahlgrundkurse in Berlin auf dem Programm.

Am 2. Dezember 2014 brachen wir morgens vom Döbelner Hauptbahnhof zusammen mit Frau Niekrawietz und Herr Höhme auf, nach Berlin.
Hier angekommen, machten wir uns gleich auf den Weg zum Jüdischen Museum in Kreuzberg. Dort angekommen, teilten wir uns in zwei Gruppen. Die eine Gruppe machte eine Führung durch das Museum und anschließend eine Recherche über das Leben des Musikers Coco Schumann in der Zeit des Nationalsozialismus.
Aus zeitlichen Gründen konnten wir im Museum leider nicht beim Ursprung des Judentums beginnen, sondern wurden nur durch die Etage geführt, die sich mit der nationalsozialistischen Verfolgung der Juden befasste. Es war sehr interessant, da man sowohl einen groben Überblick über das Geschehen erhielt, als auch das Leben einzelner Menschen betrachten konnte. Ausgestellt waren beispielsweise Bilder, alte Stundenpläne, oder einfach Dinge, die Menschen bei ihrer Flucht aus Deutschland retten konnten.

Um mehr über die Biografie des Musikers Coco Schumann herauszufinden, bekamen wir in kleinen Gruppen von 2-3 Schülern einen Fragebogen, den wir mithilfe der Computer im Learning Center des Museums beantworten konnten. Einige von uns hatten auch kurz die Möglichkeit, in die Biografien anderer Menschen einzutauchen, was sehr interessant war, da man Interviews und Musikbeiträge anhören oder alte Familienfotos ansehen konnte. Anschließend werteten wir unsere Ergebnisse im Gespräch aus.
Als unser Programm beendet war, fuhren wir vorerst in unser Hostel, um schon einchecken zu können und unsere Sachen abzustellen.
Die andere Gruppe ging in das Archiv des Jüdischen Museums, wo sie anfangs eine Einweisung von Mitarbeitern des Museums bekam, wie man mit den wertvollen Text- und Bildquellen umgehen muss. Dann unterteilten sich diese Gruppe wieder in kleinere Teams, die sich jeweils über das jüdisches Leben in Berlin, Überlebensmöglichkeiten während der NS-Zeit und die Probleme der Nachkriegszeit informierten. Sie unterhielten sich mit den Mitarbeitern des Archivs über Einzelschicksale arbeiteten kleine Referate aus.
Anschließend stellte der Direktor des Archivs den Zeitzeugen Fred Kranz vor und gab eine kleine Einweisung zum Ablauf des Gesprächs. Die Kurzreferate dienten als Impuls, um dann gezielt mit Fred Kranz diskutieren zu können.
Am Abend besuchten wir alle gemeinsam das Musical „Hinterm Horizont“ im Stage Theater Berlin. Es ist ein Musical, das kombiniert mit Liedern von Udo Lindenberg eine Liebesgeschichte einer jungen Frau aus Ostberlin und dem damals noch jungen Udo Lindenberg erzählt.
Nach einer kurzen Nacht und einem ausgiebigen Frühstück im „A & O – Hostel Berlin“, machten wir uns auf den Weg zum „Centrum Judaicum“ in der Oranienburger Straße. Die ehemalige Synagoge wird als Museum genutzt und seit einiger Zeit gibt es im oberen Stockwerk auch wieder einen Betraum. Hier erfuhren wir sehr viel über den jüdischen Glauben und auch, wie schwer es war, diesen in der Zeit des Nationalsozialismus auszuleben.
Drei Stunden waren dann noch Zeit zur individuellen Verfügung, die viele nutzten, um den Weihnachtsmarkt auf dem Alexanderplatz zu besuchen. Gegen 14:30 Uhr stiegen wir in unseren Zug und fuhren zurück nach Döbeln, wo wir gegen 18:00 Uhr ankamen.
Im Rückblick bleibt die Erinnerung an eine aufschlussreiche und interessante Fahrt. Man kann immer und überall etwas dazulernen. Bei einer Religion, der so viel Schaden zugefügt wurde, gibt es in diesem Zusammenhang eine besondere Verantwortung.

Vanessa Vogel