Die Geschichte des Michael Kohlhaas im Stil einer Boulevardzeitung

Hinrichtung des Massenmörders? 
Der Brandenburgische Kurfürst greift ein! 


"Der Teufel sollte seine Seele holen!" sagte eine entsetzte ältere Frau aus, die durch Herrn Kohlhaas` "Kreuzzug des Elends" 
ihre Existenz verlor. Kohlhaas, dem nun die Hinrichtung droht, war vor seinem Kreuzzug bekannt als mustergültiger Staatsbürger, liebender Vater und gutherziger Ehemann. Seine Kinder wurden als wohlerzogen und höflich beschrieben. Er hatte ein erfülltes Leben, bis er, wie sonst auch, ins Ausland wollte. 
Da er keinen Passschein besaß, konnte er die Grenze nicht passieren, denn dies duldete der Junker von Tronka nicht. 
Der Rosshändler sollte, bis er sich den Passschein besorgte hätte, zwei Pferde als Pfand zurücklassen. 
Als Michael Kohlhaas seine zwei Pferde abholen wollte, bekam er vom Junker zwei abgemagerte und völlig verkommene Pferde zurück, die man nicht mehr gebrauchen konnte. 
Kohlhaas kämpfte von nun an um sein Recht, doch er hatte keinen Erfolg. Ab diesem Zeitpunkt sollte sein erfülltes Leben eine bittere Wende nehmen. Als Lisbeth, seine großherzige Ehefrau, ums Leben kam, begann Kohlhaas seinen blutigen Rachefeldzug. Dieser vollzog sich von Tronkenburg über Erlabrunn und Wittenberg  bis nach Leipzig. 
Luther, ein  Freund Kohlhaas´, versuchte, ihm den rechten Weg zu weisen. So beschritt der Rosshändler erneut den Rechtsweg, aber auch dieser Kampf war vergebens. 
Nun griff der Kurfürst von Brandenburg ein. Er beschloss, dass die Hinrichtung des Rosshändlers den blutigen Rachefeldzug beenden sollte. 
Michael Kohlhaas, ein frommer, rechtsschaffender Rosshändler, wurde durch sein Rechtsgefühl zum Räuber und Mörder. 

Cornelia Dahlemann    (zur Graphik)

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