Dramatisierung der Szene Kohlhaas - Prinz von Meißen 

Figuren:

* Kohlhaas
* Thomas, alter Hausmann
* Bote, Peter
* Prinz
* Trossknechte
* Landsknechte
* Großkanzler
* Kämmerer
* Mundschenk
* Junker Wenzel von Tronka
* Erzähler

Vorangegangene Szene :
Kohlhaas hat all seine Waffen, Gerätschaften und all sein Geld, das er erbeutete dem Gericht als kurfürstliches Eigentum abgegeben. Mit dem Rest seines verbliebenen Vermögens hat er sich auf den Weg nach Dresden gemacht.
Hintergrund: 
Kleines Dorf mit einigen Häusern. Man sieht wie ein Mann von weitem angelaufen kommt. Während der Erzähler den Text vorliest, kommt der Mann ( Kohlhaas ) immer näher, wenn der Erzähler bei dem Namen "Thomas" ist, bleibt der Mann vor einem kleinen Häuschen stehen 
Hintergrund: 
Kleines Dorf mit einigen Häusern. Man sieht wie ein Mann von weitem angelaufen kommt. Während der Erzähler den Text vorliest, kommt der Mann ( Kohlhaas ) immer näher, wenn der Erzähler bei dem Namen "Thomas" ist, bleibt der Mann vor einem kleinen Häuschen stehen 


Erzähler: 
Der Tag bricht herein, Kohlhaas ist in der kleinen Pirnaschen Vorstadt angelangt. Er geht zu der kleinen Wirtschaft, die von dem alten Hausmann Thomas geführt wird.

Kohlhaas: ( klopft an die Tür , ruft ) Hallo, ist denn niemand da?
Thomas: ( öffnet die Tür, ist erstaunt Kohlhaas zu sehen, verdattert und bestürzt ) Guten Morgen Kohlhaas, kommen sie doch herein! ( beide treten gemeinsam in das Haus ein )
Was wünschen sie?
Kohlhaas: ( selbstbewusst und mit festem Ton ) Ich wünsche, dass dem Prinzen von Meißen auf dem Gubernium gemeldet wird, dass Kohlhaas , der Roßhändler, angekommen ist.
Thomas: ( wendet sich von Kohlhaas ab und ruft ) Peter, komm einmal her! ( Peter erscheint )
Peter: Ja, was wünschen sie Herr ?
Thomas: ( schreibt die von Kohlhaas genannte Nachricht auf ein Rolle Papier ) Hier Peter, bringe diese Nachricht dem Prinzen von Meißen, der sich zur Zeit auf dem Gubernium befindet.
Peter: ( verbeugt sich ) Gut Herr, und von wem soll ich diese Nachricht überbringen?
Thomas: Von einem Herrn Kohlhaas!
Peter: ( fragt erstaunt )  Von dem Kohlhaas?
Thomas: ( leicht wütend )  Ja, von dem Kohlhaas und nun keine weiteren Fragen, wir haben nicht sehr viel Zeit.
Erzähler: ( tritt hervor und beginnt zu erzählen, währenddessen wird die Bühne umgestaltet zu einem königlichen Palastzimmer ) Peter macht sich wie befohlen auf den Weg zu dem Prinzen von Meißen und kommt nach einem langen Fußmarsch endlich bei der Residenz des Prinzen an.
( Erzähler geht ab, man sieht wie der Prinz auf einem prunkvollen Stuhl sitzt und eine Schriftrolle studiert, man hört ein Klopfen )

Prinz: ( gebieterisch, mit einer Handbewegung )  Ja, man möge eintreten!
Peter: ( verbeugt sich tief, ehrfurchtsvoll ) Euer Hochwohlgeboren, eine Nachricht von dem Herrn Kohlhaas!
( gibt die Schriftrolle dem Prinzen )
Prinz: (nimmt die Schriftrolle sichtlich erstaunt entgegen)
Von einem Herrn Kohlhaas sagst du? (öffnet die Schriftrolle und beginnt zu lesen)
Peter: Ja, Euer Hochwohlgeboren!
Prinz: Gut, du kannst gehen!
Peter: (  verneigt sich tief und geht schweigend ab )
Prinz: Diener ! Mache mein Pferd fertig und benachrichtige das Gefolge und die Trossenknechte.( zu sich ) Ich muss mich auf den Weg machen.
Erzähler: ( tritt auf die Bühne. Im Hintergrund muss wieder umgeräumt werden, der nächste Schauplatz ist Kohlhaas` Zimmer, ein einfach eingeräumter Raum. Von draußen hört man aufgeregtes Reden und Tuscheln, Kohlhaas steht nur teils bekleidet am Tisch. )
Sobald der Prinz mit Hilfe der ihm Platz machenden Wache ins Haus gedrungen und in Kohlhaasens Zimmer getreten war , fragte er diesen, welcher halb entkleidet am Tisch stand.
( Erzähler geht wieder ab. )

Prinz : Hey! Du, bist du Kohlhaas, der Roßhändler ?
Kohlhaas: ( zieht aus seinem Gürtel ein Papier mit seinem Namen. Gibt es dem Prinzen und antwortet. ) Ja, genau der bin ich! Ich bin hier, um nach der Auflösung meines Kriegshaufens, die mir erteilte landesherrliche Freiheit in Dresden zu bekommen, um mein Klage wegen der Rappen gegen den Junker von Tronka vor Gericht zu bringen.
Prinz: ( mustert die Papiere, nach eine Weile gibt er sie ihm wieder zurück und sagt ) Gut Kohlhaas, deinem Prozess soll nichts mehr im Weg stehen. Melde dich unmittelbar bei dem Großkanzler des Tribunals, Grafen Wrede. 
( Prinz macht eine Pause , tritt an das im Zimmer befindliche Fenster und schaut mit großen Augen auf das Volk, das vor dem Haus steht, er wendet sich zu Kohlhaas um und sagt )
Du wirst auf die ersten Tage eine Wache annehmen müssen, die dich in deinem Haus und wenn du ausgehst schützt!
Kohlhaas: ( schaut sich betroffen auf die Füße und schweigt )
Prinz: ( geht vom Fenster weg und sagt zu Kohlhaas, leicht anschuldigend )Was daraus entsteht , du hast es dir selbst beizumessen. ( geht zur Tür )
Kohlhaas: ( spricht unterwürfig er zum Prinzen  ) Gnädiger Herr! Tut was ihr wollt ! Gebt mir Euer Wort, die Wache, sobald ich es wünsche, wieder aufzuheben, so habe ich gegen diese Maßregel nichts einzuwenden.
Prinz: Das bedarf der Rede nicht ! Hier diese drei Landsknechte sollen Dich während des Aufenthalts schützen! 
( zu den Landsknechten ) Also gebt Acht, dass diesem Manne nichts zustößt! ( grüßt Kohlhaas mit eine herablassenden Handbewegung und geht ab ) 
Erzähler: ( tritt wieder auf die Bühne. Der nächste Schauplatz ist das Vorstandszimmer des Tribunals ) Gegen Mittag begibt sich Kohlhaas, von seinen drei Landsknechten begleitet, unter dem Gefolge einer unabsehbaren Menschenmenge , die ihm aber auf keine Weise , weil sie durch die Polizei gewarnt war, etwas zu Leide tat, zu dem Großkanzler des Tribunals, Grafen Wrede. 
Großkanzler: ( Kohlhaas steht hinter der Bühne , man hört aufgeregtes Reden und Tuscheln und es klopft. Der Großkanzler öffnet die Tür und sagt! ) Bitte treten sie ein, sie müssen der Herr Kohlhaas sein, ich habe schon sehr viel von ihnen gehört. ( bietet Kohlhaas eine Stuhl an ) Setzten sie sich doch bitte!
Kohlhaas : Oh, Vielen Dank! ( Der Erzähler tritt vor und man sieht wie beide anfangen miteinander zu reden. )
Nachdem der Großkanzler Kohlhaas empfangen hatte, unterhielten sich beide ganze zwei Stunden. Kohlhaas schilderte ihm seinen ganzen Leidensweg von Anfang bis Ende und der Großkanzler hörte ihm geduldig zu. Als Kohlhaas mit Erzählen am Ende war, sagte der Großkanzler zu ihm...
Großkanzler: Ich rate Ihnen zu einer unmittelbaren Abfassung und Einreichung der Klage. Ich kenne einen sehr guten Advokaten bei Gericht, der wird uns sicher helfen. ( Kohlhaas und Großkanzler gehen beide miteinander redend ab. )
Erzähler: ( Tritt wieder hervor und beginnt zu sprechen, währenddessen muss die Bühne wieder umgebaut werden zu dem Haus der beiden Gebrüder von Tronka den Lehnsvettern des Junkers Wenzel von Tronka)
Später als beide besprochen hatten, wie die Anklageschrift lauten sollte, ging jeder seine eigenen Wege. Kohlhaas machte sich auf den Weg nach Hause, immer noch von seinen drei Landsknechten und der gaffenden Menschenmenge gefolgt. Inzwischen war auch der Junker aus seiner Haft in Wittenberg entlassen, und nach Herstellung von einer gefährlichen Rose, die seinen Fuß entzündet hatte, von dem Landesgericht  aufgefordert worden, sich zur Verantwortung auf die von dem Rosshändler Kohlhaas gegen ihn eingereichte Klage, wegen widerrechtlicher abgenommener und zu Grunde gerichteter Rappen, in Dresden zu stellen.
( Der Junker steht hinter der Bühne. Die Gebrüder, Kämmerer und Mundschenk, befinden sich auf der Bühne und beschäftigen sich in dem dargestellten Zimmer. Da klopft es, einer der Brüder öffnet. )

Kämmerer: ( sieht den Junker Wenzel von Tronka, schreit ihn verachtend und voller Abscheu an ) Du elender Nichtsnutz! Du hast nur Schmach und Schande über unsere Familie gebracht!
Mundschenk: ( erbittert und verachtend, brüllend ) Ich sag, du wirst deinen Prozess nunmehr unfehlbar verlieren, schaff uns sofort die Rappen her.
Kämmerer: ( verachtend und voller Abscheu, schreiend ) 
Mit deren Dickfütterung machst du dich zum Hohngelächter der ganzen Welt.
Junker Wenzel von Tronka: ( steht zusammengesackt vor den Brüdern und sagt mit schwacher zittriger Stimme )
Ich bin der ärmste bejammernswürdigste Mensch von der ganzen Welt. Ich wusste nur wenig von diesem verdammten Handel, der mich derart ins Unglück stürzte. Außerdem sind der Schlossvogt und der Verwalter an allem Schuld. Sie haben die Rappen ohne mein  Wissen bei der Ernte gebraucht.

Henriette Grabs      (zur Graphik)

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