Die Geschichte des Michael Kohlhaas im Stil einer Boulevardzeitung
MÜNCHEN FREITAG 2. November 1653
Deutschland atmet auf
Endlich ein Ende der Brandanschläge auf Großstädte
Brandenburg/Sachsen
Der Attentäter Michael Kohlhaas wurde am Mittwochabend
festgenommen und zum Tode verurteilt.
Warum wird ein Mensch wie Michael Kohlhaas zum Verbrecher?
Diese Frage stellten sich die Bewohner des Ortes Kohlhaasenbrück und versuchten eine Antwort zu finden. Michael Kohlhaas wurde von
den Bürgern des Dorfes als ein gerechter, liebenswürdiger und ehrlicher Mensch geschätzt und geachtet.
Was löste seine Tat aus?
Die Dorfbewohner können es nur vermuten. Michael Kohlhaas wollte von Brandenburg nach Sachsen.
Als er an der Grenze keinen Passierschein vorweisen konnte, ließ er seine Pferde als Pfand bei einem Burgvogt, um sich einen Passierschein zu besorgen. Bei seiner Rückkehr musste er feststellen, wie abgemagert und schlecht die Pferde aussahen. Er fühlte sich ungerecht behandelt und klagte gegen den Burgvogt. Die Klage wurde abgewiesen. Michael Kohlhaas war zutiefst verletzt. Er griff zur Selbstjustiz und
steckte die Burg in Brand. Doch sein Hass blendete ihn, er verwüstete auch größere Städte Sachsens, wie zum Beispiel Dresden. Nichts hielt ihn auf, bis man ihn fasste und verurteilte.
Michael Kohlhaas' Verhalten ist nicht zu entschuldigen, höchstens zu verstehen. Vielleicht trieben ihn sein Gerechtigkeitssinn und seine Verletzbarkeit zu dieser Tat.
Judith Schulz (zur
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