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Vater traf langjährig verschollenen Sohn wieder

1919 traf der Jude Mendel Singer seinen von Epilepsie geheilten Sohn Menuchim, der als berühmter Komponist Alexej Kossak auftrat, während des Pessachfestes wieder. Mit Mendel Singer lässt sich eine langwierige Leidensgeschichte verbinden, die doch noch ihr Happy end fand. Familie Singer lebte damals mit ihren drei Kindern Jonas, Schemarjah und Mirjam im russischen Schtetl Zuchnow in sehr verarmten Verhältnissen. Mendel übte den Beruf eines Lehrers aus und vermittelte den Schülern seine Kenntnisse über Tora und Talmud. Seine Frau Deborah brachte bald sein viertes Kind Menuchim zur Welt, welches unter Epilepsie litt. Menuchim war von klein auf ein Außenseiter für die Familie und seine Mitmenschen. Er überlebte nur knapp den Mordversuch seiner Geschwister und ertrug missbilligende Behandlungen. Mendel verhinderte eine frühzeitige Heilung seines Kindes durch russische Ärzte, weil sich dies mit seinem Fatalismus nicht vereinbaren ließ. Das Verhältnis zwischen ihm und seiner Frau erkaltete mehr und mehr. Auch die Beziehung zu seiner Tochter, die ständig mit Kosaken verkehrte, war zerrüttet. Seine Söhne sollen zur Armee eingezogen werden, wogegen sich Schemarjah, der Jüngere, sträubte und durch die Hilfe seiner Mutter nach Amerika auswanderte. Um der Tochter ein besseres Leben zu bieten, reisten sie kurze Zeit später ihrem Sohn nach und ließen ihren Sohn Menuchim in Zuchnow bei einer Familie zurück. Der ältere Sohn wurde von der Armee eingezogen. Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten fühlte sich Singer recht unwohl. Die Familie, die durch das Einkommen ihres Sohnes, der sich jetzt Sam nannte, zwar nun unter besseren Verhältnissen lebte, distanzierte sich immer mehr von einander. Mirjam heiratete und führte ihr eigenes Leben. Nachdem der Erste Weltkrieg ausbrach, wurden Sam und der Mann von Mirjam eingezogen. Sam kam im Krieg ums Leben. Der ältere Sohn Jonas war verschollen, worauf sich Deborah aus Verzweiflung umbrachte. Mirjam, die ihren Mann betrog und mit den neuen Gegebenheiten nicht fertig wurde, bekam einen Nervenzusammenbruch und wurde in eine Anstalt gebracht. Mendel selbst verlor in der schwersten Zeit seines
Lebens den Glauben und war am Ende mit seinen Nerven. Doch wie durch ein Wunder geschah es, dass er seinen schon längst vergessenen Sohn Menuchim bei einem seiner Konzerte zum Pessachfest wiedertraf. Er berichtete ihm von seiner Heilung und Mendel fand in diesen Gesprächen und durch diese Erlebnissen seinen jüdischen Glauben wieder.