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Abschied von Schemarjah

Akt 5 / Szene 1

Im Hause der Familie Mendel.
Mendel, Deborah, Schemarjah, Mirjam und Menuchim.

Mendel Heute ist der Tag gekommen, an dem wir uns von Schemarjah verabschieden müssen. Jetzt wird uns auch noch der zweite Sohn genommen.
Deborah (steht am Fenster). Warum sind wir so gestraft? (Erblickt den Boten.) Jetzt kommt er und holt meinen Schemarjah! (Lauter.) Der Bote kommt!
Der Bote Kapturaks tritt auf.
Mendel (unsicher) Guten Tag. Sie sind gekommen, um meinen Sohn zu holen? (Reicht ihm die Hand.)
Bote (sieht ihn ernst an und reicht ihm die rechte Hand) In der Tat, ist er bereit? Wir haben einen langen Weg vor uns.
Mendel Ja er ist fertig. (Mit einer einladenden Geste.) Wollen Sie sich nicht setzen und noch einen Tee trinken?
Bote (ohne jede Regung) Nein, danke. Ich will lieber vor dem Haus warten. (Stellt sich vor das Haus.)
Deborah (nervös und hitzig) Er jagt mir irgendwie Angst ein. Ich habe ein ungutes Gefühl. Schemarjah soll nicht gehen.
Mendel (tröstend) Wir sehen ihn doch wieder, Deborah. Ihm wird nichts passieren. Gott wird ihm helfen.
Mirjam (besorgt) Hast Du alles, Bruder? Hier ist noch Dein Reiseproviant (Noch einen Gegenstand heranschleppend.) Das kannst Du auch noch mitnehmen!
Menuchim (vor sich hin lallend) Mama, Mama, Mama, Mama...
Schemarjah (gerührt und betrübt zugleich) Nun lass, jetzt ist es genug. (Zu allen.) Ich habe jetzt alles zusammen.
Deborah (weinend) Mein Sohn! Komm noch einmal in meine Arme! (Schluchzt laut auf, breitet die Arme aus und umklammert ihren Sohn.)
Schemarjah (löst sich, schreitet auf seine Schwester zu und küsst sie auf beide Wangen) Leb wohl Mirjam.
Mirjam (unfähig etwas zu sagen).
Schemarjah (wendet sich seinem Vater zu). Vater, leb wohl.
Mendel Du wirst uns sofort und so schnell wie es Dir möglich ist, Nachricht zukommen lassen, vergiss es nicht! (Breitet seine Hände segnend über ihn und murmelt hastig etwas Unverständliches.) Pass auf Dich auf mein Sohn. Gott wird Dich begleiten und Dir bei Deiner Reise helfen.
Schemarjah (wendet sich zu Menuchim, nähert sich furchtsam, nimmt ihn hoch und umarmt ihn vorsichtig).
(Keiner traut sich etwas zu sagen. Sie starren alle schweigend vor sich hin.)
Schemarjah (nimmt sein Bündel und geht ohne ein Wort aus dem Haus).
Bote Gleich hinter dem Marktplatz erwarten uns die Pferde. (Geht voraus.)
Schemarjah (in Gedanken versunken folgt er dem Boten).
(Gehen ab.)