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Eine neue Schlussvariante für Roths Roman

Deborah bringt es nicht übers Herz, ihren kranken Sohn Menuchim ganz allein zurückzulassen. Sie wehrt sich gegen die gewaltsamen Versuche ihres Mannes und ihrer Tochter, die sie wieder auf den Wagen ziehen wollen. Schließlich sieht Mendel ein, dass seine Frau sich für Menuchim und gegen Amerika entschieden hat. Er steht nun vor der schweren Entscheidung, ob er bei ihr bleibt oder mit Mirjam nach Amerika geht, um sie vor den Kosaken zu bewahren. Kurz darauf machen sich Mendel und Mirjam Singer auf den Weg in die USA.
In Amerika werden sie von Schemarjah erwartet, der sich dort eine sichere Existenz als Textilverkäufer aufgebaut und eine eigene Familie gegründet hat. Am Anfang wohnen Mendel und Mirjam im Haus von Schemarjah, bis sie sich eine eigene Wohnung leisten können. Die beiden arbeiten nun mit in dem Geschäft von Schemarjah. Doch Mendel ist nicht glücklich in dieser Neuen Welt, fast täglich fragt er sich, wie es wohl Deborah und Menuchim gehen wird.
In der Zwischenzeit hat Deborah schwer zu kämpfen. Sie lebt mit ihrem Sohn an der Armutsgrenze, denn die Einkünfte ihres Mannes fehlen. Durch niedere Arbeiten verdient sie gerade soviel, wie sie zum Leben benötigt. Trotzdem reist sie jeden Monat mindestens einmal zum Rabbi, um immer wieder neue Ratschläge einzuholen. Doch es verändert sich nichts an Menuchims Zustand. So gehen Jahre dahin. Doch eines Tages kommt ein Doktor in das bescheidene Haus Deborahs, um ihr eine Impfung zu geben. Als er Menuchim erblickt, sagt auch er, wie der andere Arzt Jahre zuvor, dass Menuchim in einer Klinik geheilt werden könnte. Deborah schöpft neue Hoffnung und stimmt zu, dass Menuchim in einer Klinik behandelt wird. Aufgeregt schreibt sie ihren Mann einen Brief, in dem sie ihn bittet nach Hause zurückzukehren, damit er die Fortschritte Menuchims selbst miterleben kann. Doch dieser Brief kommt nie in Amerika an.
Mendel verzweifelt langsam an der Ungewissheit über seine Frau und Menuchim. Er wird immer schwermütiger und gibt Mirjam die Schuld an seinem Unglück. Mirjam erträgt es nicht länger in der gemeinsamen Wohnung, sie zieht zu ihrem Bruder. Mendel bleibt einsam zurück und verbringt den ganzen Tag mit Beten. Menuchim macht immer mehr Fortschritte, er kann nun schon reden und richtig laufen. Deborah wartet ungeduldig auf eine Antwort ihres Mannes, die sie jedoch nie erhalten wird. Doch da klopft es an der Tür. Als sie öffnet, steht aber nicht wie erhofft Mendel, sondern Jonas davor. Jonas erzählt seiner Mutter, dass es ihm als Soldat sehr gut geht und er sehr glücklich ist. Er will eine Weile bei der Mutter bleiben, bis Menuchim aus der Klinik wieder heimkehrt. Aber es bricht der Krieg aus. Jonas und auch Schemarjah werden Soldaten und kämpfen an der Front gegeneinander. Beide sterben. Als Deborah vom Tod ihrer beiden Söhne erfährt, bricht sie zusammen, das einzige, was sie am Leben hält, ist die Hoffnung, dass Menuchim ganz gesund wird.
Zur selben Zeit spielt sich in Amerika das Drama um Mirjam ab. Sie verkraftet den Tod der beiden Brüder nicht und wirft sich in die Arme eines Engländers, der im Hause Schemarjahs zu Gast ist. Sie glaubt ihn zu lieben und geht mit ihm nach England um ihn dort zu heiraten. Von ihrem Vater verabschiedete sie sich nicht. Mendel hat nun in Amerika niemanden mehr, außer seine Gebetspartner. Er sehnt sich nach seiner Heimat und beschließt nach Zuchnow zurückzukehren, in der Hoffnung, dass wenigstens Deborah noch am Leben ist.
< Menuchim kehrt nun endlich völlig gesund aus der Klinik zurück. Doch nur wenige Tage später geschieht ein tragisches Unglück, bei dem Menuchim ums Leben kommt. Deborah verkraftet dies nicht, sie ist nun geistig völlig verwirrt und muss in eine Klinik eingeliefert
werden. Als Mendel in Zuchnow eintrifft liegt Deborah im Sterben. Ihre letzten Worte, die sie voller Verachtung an ihn richtet lauten: „Menuchim brauchte kein Wunder, sondern nur ärztliche Hilfe". Nun sitzt Mendel völlig allein in seinem alten Haus. Er hält sein rotsamtenes Gebetssäckchen im Arm und denkt über die letzten Worte Deborahs nach. Plötzlich wirft er das Säckchen in den brennenden Ofen. Dann lehnt er sich entspannt in seinem Stuhl zurück und weint leise vor sich hin. Er schließt die Augen, Bilder seiner Familie ziehen an ihm vorbei, dann schläft er ein.