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Mendel erzählt die Geschichte Menuchims

Gestern, zum Osterfest, ist mir ein Wunder geschehen. Mein jahrelang verlorengeglaubter Sohn Menuchim ist zurückgekehrt. Während wir alle beteten und auf die Ankunft des Propheten warteten, klopfte es tatsächlich an der Tür. Ich öffnete sie und vor mir stand Menuchim, völlig geheilt und als großer Komponist. Er war das jüngste meiner vier Kinder und leider von Geburt an schwer behindert. Anfangs habe ich ihn gehasst, weil er mich und Deborah auseinander trieb, aber vor unserer Abreise nach Amerika ist er mir richtig ans Herz gewachsen und ich wusste, er wird es einmal zu etwas bringen. Wir mussten ihn jedoch schweren Herzens in Zuchnow zurücklassen, da die amerikanischen Behörden keine Behinderten einreisen ließen und wir konnten ihn nicht mitschmuggeln, aus Angst, das Gepäck würde mit spitzen Stäben durchstochen. So brach unser Kontakt nach und nach ab. Der Krieg ging ins Land und ich hatte jegliche Hoffnung aufgegeben, ihn jemals wiederzusehen. Auch Deborah, Gott habe sie selig, hat sehr darunter gelitten, ihn nie wieder gesehen zu haben. Menuchim kann sich nur an sehr weniges erinnern, demzufolge weiß ich nicht, wie er geheilt wurde. Ich weiß nur, daß er nun Sänger auf Amerika-Tour ist und dass sein neuer Name Alexej Kossak lautet. In Europa ist er ein berühmter Komponist. Er war schon immer musikalisch veranlagt. Früher reagierte er auf Töne und Klänge, ich sang oft für ihn. Nur dabei blühte er auf, zeigte Anteilnahme. Heute ist er klug, schön und berühmt. Ich kann mir nur seine Genesung nicht erklären. Es muss ein Wunder sein, Gott belohnt mich doch noch für meinen Glauben.