Traditions- und Förderverein e.V.

1958 - 2008

Döbelner Anzeiger vom 6. Oktober 2008:

Pennäler treffen sich nach halbem Jahrhundert wieder

Ist sie es oder ist sie es nicht? Du bist doch der…! Oder doch nicht? So oder ähnlich begannen viele Gespräche am Sonnabendnachmittag in der Aula des Lessing-Gymnasiums Döbeln. Anlässlich des „Goldenen Abiturs“ trafen sich die Absolventinnen und Absolventen des Jahres 1958. Viele sahen ihre Banknachbarn von früher zum ersten Mal wieder. Oder die erste Jugendliebe, die Partnerin beziehungsweise den Partner vom Tanzstundeball, wie Christian Wolf in seiner Eröffnungsrede anführte.

Der Abiturjahrgang 1958

Foto: Heinze, EP Namyslo. Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken... Nachbestellungen von Abzügen sind über die Schule möglich.

Seit sechs Jahren lädt der Traditions- und Förderverein der Schule Absolventen zum „Goldenen Abitur“ in die alte Penne ein. Und die Resonanz war auch dieses Mal wieder sehr groß. „Es ist mittlerweile fast zu einem Selbstläufer geworden. Die Organisation und die Einladung der Abiturienten übernehmen die Schule sowie der Förderverein. Lediglich die Kontaktadressen werden von den ehemaligen Schüler bereitgestellt“, erläuterte der amtierende Schulleiter Matthias Müller die Vorbereitungen.

Fast 60 ehemalige Schüler waren der Einladung gefolgt und zeigten sich über die Veränderungen in und außerhalb der Schule erstaunt. So auch Adolf Waleczek, der seit 1958 in Aachen lebt. „Zum letzten Mal war ich vor neun Jahren zum 130. Bestehen der Schule in Döbeln. Es war schon früher eine schöne Schule, und das ist sie auch heute noch. Ich fühle mich gleich wieder heimisch“, so Adolf Waleczek, der sich noch an seinen Mathelehrer ganz genau erinnerte. „Der kam immer mit dem Fahrrad in die Schule und fuhr, ohne abzusteigen, die Treppe im Schulhaus hinunter, um sein Rad im Keller abzustellen.“ Die Lehrer seien damals sehr umgänglich gewesen. „Es war eine Zeit des Generationenwechsels, so dass die meisten kaum zehn Jahre älter waren als wir. Ich erinnere mich gerne zurück.“

So ging es auch Renate Sohr, die heute in Chemnitz wohnt. Ihr imponierte neben der guten Ausstattung der Klassenräume vor allem der bilinguale Unterricht. „Da würde ich am liebsten selber noch einmal in die Schule gehen. Diese Art der pädagogischen Arbeit sucht meiner Meinung nach deutschlandweit ihresgleichen. „Zweisprachige Ausbildung ist besonders in der heutigen Zeit sehr wichtig“, so Renate Sohr, die mit ihren ehemaligen Mitschülern gespannt den kleinen Rahmenprogramm in der Aula folgte. Dieses gestalteten Schülerinnen und Schüler des Lessing-Gymnasiums. Neben dem Auftritt der Schulband begeisterten auch die klassischen Klänge eines Flöten- sowie Klaviersolos. Am Abend klang der Tag in der Margarethenmühle aus.

Matthias Müller denkt schon wieder an das nächste Jahr. „Dann trifft sich der Jahrgang 1959. Bisher haben sich noch keine Absolventen gemeldet. Ich hoffe, dass ändert sich noch“, so Müller.

Döbelner Anzeiger
Andy Scharf, 06.10.2008

Döbelner Allgemeine Zeitung vom 6. Oktober 2008:

Die Gedanken sind frei
Abi-Jahrgang 1958 erhielt am Lessing-Gymnasium das Goldene Abitur

Eine Gruppe von Frauen und Männern, alle stehen kurz vor ihrem 70. Geburtstag, singen in der Aula des Döbelner Lessings-Gymnasiums „Die Gedanken sind frei“. Sie lächeln, und es scheint fast eine Befreiung zu sein. Zu ihrer Schulzeit hätte dieses Lied leicht als Provokation aufgefasst werden können. Heute holen sie nach, was damals nicht möglich war.

Vor 50 Jahren gab Hermann Schneider

den Jubilaren noch Unterricht. Am Wochenende überreichte er in Funktion des Ehrenvorsitzenden des Traditions- und Fördervereins Lessing-Gymnasium die Urkunden für das Goldene Abitur. DAZ-Foto: Hagen Rösner

60 ehemalige Abiturienten des Döbelner Absolventenjahrganges 1958 trafen sich am vergangenen Wochenende, um gemeinsam ihr Goldenes Abitur zu feiern. Zum sechsten Mal in der Geschichte des Döbelner Lessing-Gymnasiums wird das Goldene Abitur verliehen. „Es ist inzwischen fast schon zum Selbstläufer geworden. Und unsere ehemaligen Schulkameraden freuen sich, dass es so etwas in Döbeln gibt“, sagt Christian Wolf, der selbst zum Initiatorenkreis dieser Veranstaltung gehört.

„Viele ehemalige Abiturienten haben sich seit 50 Jahren nicht gesehen. 1958 aus der Schule gegangen, sind sie im Osten geblieben oder in den Westen gegangen, dann kam die Mauer und an Klassentreffen war nicht mehr zu denken“, kommentiert Schulleiter Matthias Müller. Umso emotionaler sind die Treffen, die am Nachmittag öffentlich und am Abend in der Margarethenmühle im privaten Rahmen stattfinden. „Ich habe nur drei Einträge in ihren alten Klassenbüchern gefunden“, scherzt Müller. Doch Prof. Dr. Frank Janowski ruft auch auf, kritisch auf die Geschichte zurückzublicken. „Wir lebten in einem System, welches spürbar stärkere Repressionen anwandte. Das sollten wir nicht vergessen, wenn wir uns heute auch an viele unterhaltsame Schulgeschichte besinnen.“

Unterdessen sucht Schulleiter Matthias Müller schon den Kontakt zum Döbelner Abiturjahrgang 1959, der im kommenden Jahr sein Goldenes Abi erhalten soll. Gleichzeitig gab es am Sonnabend auch die Jahreshauptversammlung des Fördervereins für das Lessing-Gymnasium. Dabei wurde die Vereinsspitze neu gewählt: 1. Vorsitzender: Reinhard Zerge, 2. Vorsitzender: Matthias Müller, Kassenwart: Heidrun Vetter, Schriftführer: Hubert Paßehr, Mitglieder: Petra Stitterich und Sylvia Wagner. Bei der Versammlung wurde auch die 500. Mitgliedsnummer für den Traditions- und Förderverein des Lessing-Gymnasiums vergeben. 500. Mitglied ist Ricardo Jalil aus der 5. Klasse des Lessing-Gymnasiums. Rund einhundert Mitglieder sind verstorben. Insgesamt zählt der Verein derzeit rund 320 Mitglieder.

Döbelner Allgemeine Zeitung
Hagen Rösner, 06.10.2008

Hagen Rösner

Standpunkt

Goldis werben für die Stadt Döbeln

Die Idee ein Goldenes Abitur am Döbelner Lessing-Gymnasium einzuführen, ist 2008 sechs Jahres alt geworden. Aus der Idee des Abiturjahrgangs 1953 heraus geboren, ist es inzwischen zu einer Institution geworden, auf die die Stadt Döbeln stolz sein kann. Immerhin gelingt es so, viele ehemalige Kinder der Stadt wieder nach Döbeln zu locken.



Für die ehemaligen Schüler ist das Goldene Abitur mit sehr vielen Erinnerungen verbunden. Für die Stadt Döbeln dürfte dieses Jubiläum mit viel Stolz gekoppelt sein. Immerhin wird jedes Jahr aufs neue deutlich, welche erfolgreichen Menschen das Gymnasium Döbeln hervorgebracht hat. Der Dresdener Kammersänger Rolf Wollrad gehört ebenso zu den Absolventen des Döbelner Gymnasiums wie der Chemiker Prof. Dr. Frank Janowski von der Martin-Luther-Universität. Da dürfen wir schon auf den Abiturjahrgang 1959 gespannt sein. Es gibt aber noch einen touristischen Aspekt beim Goldenen Abitur. Keine Hochglanzbroschüre kann so viele Besucher in die Stadt Döbeln locken, wie die Jubiläumsreihe des Döbelner Lessing-Gymnasiums. Und im sechsten Jahr des Gold-Abis gibt es auch schon einige Routine und sogar eine Gedenkmedaille, die die Goldis in ihrer Heimat Freunden und Verwandten zeigen können.

Hagen Rösner