Traditions- und Förderverein e.V.

1961 - 2011

Mit der Pferdebahn zum Traditionstreffen - Goldene und Diamantene Abiturienten des Lessing-Gymnasiums verbringen Festtag in Döbeln

Ganz im Zeichen der Erinnerung und des Erinnert-Werdens stand am Sonnabend die Verleihung des "Goldenen und Diamantenen Abiturs" sowie der Ehemaligenball und das 21. Vereinstreffen des Traditions- und Fördervereins des Lessing-Gymnasiums.
Für die insgesamt 69 ehemaligen Absolventen des Lessing-Gymnasiums der Abschlussjahre 1951 und 1961 war es ein kleiner Döbeln-Marathon. Zahlreiche Tagespunkte wie die Führung durch die ehemalige Schule mit Museum, die Feierstunde in der Aula, der gesellige Abend im Theater Döbeln oder die Mitgliederversammlung des Fördervereins sorgten für ein straffes Programm.

Jörg Lippert,

stellvertretender Vorsitzender des Traditionsvereins Döbelner Pferdebahn, ließ es sich nicht nehmen, einen Teil der Goldenen und Diamantenen Abiturienten des Lessing-Gymnasiums auf dem Weg mit der Pferdebahn zu begleiten. Dabei erfuhren die Besucher auch etwas über das Pferdebahnmuseum. Foto: Allner

Im Museum selbst führte unterdessen Uwe Hitschke ehemalige Klassenkameraden. Der Vorsitzende des Traditionsvereins Döbelner Pferdebahn hatte ein halbes Jahr vor dem Abitur die Klasse verlassen, die Familie war verzogen. "Aber drei Jahre drückten wir gemeinsam die Schulbank", so Hitzschke. Über dessen Vornamen mussten Harald Voigt und Reinmar Teubert nur kurz nachdenken. Beide bezeichnen sich als "Schulfreunde" , die von 1957 bis 1996 die gleiche Klasse besuchten. "Wir saßen all die Jahre hintereinander", erinnern sie sich. Bereits beim Besuch des Pferdebahnmuseum gab es erste Verzögerungen. Die geplante Fahrt mit der Traditionsbahn verschob sich nach hinten. Ein Auto hatte die Gleise blockiert. Zu dem war das eigentliche Zugpferd verletzt. "Heute heißt die Stute Ulme", scherzte Jörg Lippert, der die Besuchertruppen im Wagen begleitete und für Unterhaltung sorgte: "Das haben wir uns in Amerika abgeguckt, da gibt's immer einen Quatscher."

Beide nehmen regelmäßig an Klassentreffen teil und der Besuch beim "Goldenen Abitur" war für sie eine Selbstverständlichkeit. Voigt und Teubert erzählen eine Anekdote vom letzten Tag in der Schule: "Wir haben doch tatsächlich unsere Schulbücher verbrannt, darunter auch Russischbücher. Das kam bei den Lehrern gar nicht gut an."
Zum ersten Mal "heute nach 50 Jahren" sah auch Heidi Vogel ihre Mitschüler wieder. Sie hatte damals die Sprachklasse besucht und ist später Lehrerin für Sport und Biologie geworden. "Ich habe vorher schon ein bissel herumgefragt, wer kommen wird. Manche können es ja schon nicht mehr", bedauert Vogel. Außerdem war sie auf Döbeln neugierig, was sich verändert hat in der Stadt. Vor allem die Fahrt mit der Pferdebahn hatte es ihr angetan: "Mir war das vorher kein Begriff. Jetzt bin ich zum ersten Mal damit gefahren, großartig." Für die Festveranstaltung in der Aula hoffte sie auf möglichst viele bekannte Gesichter.

Klassen 12a, 12b1 und 12b2 des Abiturjahrganges 1961

In der Aula begrüßte wenig später Michael Höhme die Jubilare: "Dass Schuljahre prägend sind, erfährt man oft erst mit dem Rückblick darauf. Ich habe mich in ihre Klassenbücher vertieft. Mit dem Kanon an Pflichtlektüre könnten sie heute den Bachelor in Germanistik bestreiten." Der Schulleiter zitierte auch vermerkte Begebenheiten wie diese: Zwei Schüler hatten in Eigenregie die Schulfunkanlage wieder hergestellt. Damals erhielten sie dafür eine Buchprämie.

Döbelner Allgemeine Zeitung
Natasha G. Allner
04.10.2011