Traditions- und Förderverein e.V.

1963 - 2013

Wenn sich Ehemalige wiedertreffen

Ihr diamantenes und ihr goldenes Abitur feierten 70 ehemalige Absolventen des Lessing Gymnasiums Döbeln.

Stimmengewirr und Lachen klingen durch die Aula des Lessing-Gymnasiums in Döbeln. Es hört sich an, als würden Jugendliche auf den Beginn einer Feier warten, nur dass diejenigen, die auf den Plätzen unterhalb der Bühne sitzen, die Schulzeit längst hinter sich haben. Zum elften Mal lädt das Gymnasium zum diamantenen und goldenen Abiturabschluss ein.

50 Jahre nach dem Reifezeugnis - Goldenes Abitur

Dr. Christian Wolf vom Förderverein des Lessing-Gymnasiums, der ebenfalls einer der diamantenen Absolventen ist, eröffnet die Feierstunde. Er und zwei weitere Ehemalige des Gymnasiums hatten vor elf Jahren die Idee, die Veranstaltung durchzuführen. „Allerdings sollte das eine einmalige Angelegenheit sein“, erklärt er. „Die Sache bekam eine Eigendynamik. Jetzt sind elf Veranstaltungen daraus geworden.“ Gemeinsam mit Gerhard Heruth vom Förderverein des Gymnasiums und der stellvertretenden Schulleiterin Heike Geißler hat er das Fest organisiert. „Frau Geißler ist die Organisationschefin des Treffens“, sagt Wolf. In seiner weiteren Rede weist er darauf hin, dass das Treffen Zeit für Erinnerungen gibt, dass die Schulzeit zu den prägendsten Jahren im Leben eines Menschen gehört und er erinnert an die Mitschüler, die nicht mehr am Leben sind. Sein Dank gilt nicht nur Heike Geißler und dem Schulleiter Michael Höhme, sondern auch den Lebenspartnern seiner Mitschüler.

Nach Dr. Wolf erinnert Schulleiter Michael Höhme mit Humor an die längst vergangenen Jahre. So bringt er die alten Klassenbücher zur Sprache, in denen er alles Mögliche fand. Lächelnd gibt er einige Einträge über Schulschwänzer, Hausaufgabenverweigerer und auch über gute Leistungen zum Besten. „Das goldene und diamantene Abitur gibt es nur in wenigen Schulen“, sagt er und er weist darauf hin, dass die Schule seit ihrer Gründung 1869 fünf Machtwechsel überstehen musste.

Eleonore Hühne, geborene Reuther, ist zum diamantenen Abitur extra aus Emmerich am Niederrhein nach Döbeln gekommen. „Meine Eltern hatten ein Haus in der Theaterstraße“, erzählt sie. Sie und ihre Klassenkameradin Brigitte Gruner, geborene Schellhorn, die aus Falkensee kommt und ebenfalls vor 60 Jahren das Abitur ablegte, mussten zweimal im Gymnasium anfangen. „Wir waren gerade die ersten acht Wochen in der Schule, da kam die Schulreform“, berichtet Eleonore Hühne. „Wir mussten wieder in die Körnerplatzschule zurück und vier Jahre später noch einmal am Gymnasium anfangen und uns dort auch selber beim Direktor anmelden.“ Mit Döbeln verbindet die beiden Frauen kaum noch etwas. Beide haben keine Verwandten mehr hier wohnen „Vieles hat sich verändert“, sagt Eleonore Hühne. Die Pferdebahn findet sie gut. Nach dem Abitur hat sie in Greifswald Pharmazie studiert und später ist sie an den Niederrhein gezogen. Die Schulzeit war für sie eine sehr schöne und harmonische Zeit. „Wir haben alles mitgemacht“, sagt Hühne. „FDJ-Chor, Weltfestspiele und was es sonst noch alles gab.“

Jürgen Siy, der sein goldenes Abitur feiert, kommt aus Grimma. Er hat noch einige Verwandte in Döbeln wohnen. „Drei- bis fünfmal im Jahr komme ich zum Döbeln-Tag her“, sagt er lachend. Ob die Schulzeit ihm gefallen hat, kann er schwer sagen. „Da bin ich zwiegespalten. Wir waren eine ziemlich lustige Truppe.“ Einzelheiten, was so lustig war, will er allerdings nicht verraten.

Ihr goldenes Abitur feiert auch Ursula Aurich. Sie kommt aus Lauschka, einem Ortsteil von Hartha. „Alles war schön“, sagt sie über ihre Schulzeit. „Wir waren ein gutes Klassenkollektiv und hatten nur drei Männer in der Klasse.“ Nach Döbeln kommt sie auch heute noch gern. Dass die Stadt keine Kreisstadt mehr ist, findet sie allerdings schade.

Döbelner Anzeiger
Helene Krause
28.09.2013