Traditions- und Förderverein e.V.

1964 - 2014

Noch mal ins Gymnasium?

Die Gold-Abiturienten sind so begeistert von der modernen Schule, dass mancher sich dorthin zurück sehnt.

„Gerne würde ich noch einmal im Lessing-Gymnasium das Abitur machen. Ob man mich denn auch nehmen würde?“ Das fragte Hannelore Buchthal aus Berlin den Leiter des Lessing-Gymnasiums Michael Höhme, der schlagfertig antwortete: „Na klar, im März ist wieder Anmeldezeit.“ Hannelore Buchthal ist eine von 36 Frauen und Männern, die am Sonnabend ihr goldenes Abitur feierten. Weitere 30 Absolventen begingen sogar das diamantene Schuljubiläum.

Dr. Eckhard Krumbiegel und Hannelore Buchthal gehörten am Sonnabend zu den 36 Frauen und Männern, die ihr goldenes Abitur feierten. Sie staunten über die baulichen Veränderungen in der Schule. Foto: André Braun


Die Berlinerin erinnert sich sehr gern an ihre Schulzeit in der Erweiterten Oberschule, wie das Lessing-Gymnasium damals hieß. „Das Abitur hat mir sehr viel für mein Leben gebracht. Ich stamme aus einfachen Verhältnissen und denke, was ich geworden bin, das habe ich dieser Schule zu verdanken“, berichtet die Berlinerin. Sie hat nach dem Abitur in der Löwen-Apotheke in Döbeln gelernt. Hannelore Buchthal erinnert sich, wie hart diese Ausbildung war, sagt aber auch, dass sie viel gelernt habe. Nach zwei Fernstudien wurde sie Diplom Pharmazie-Ingenieurin. „Das Lessing-Gymnasium ist super und ich bin begeistert, was den Schülern heute geboten wird.“

Diese Begeisterung teilt sie mit Dr. Eckhard Krumbiegel, der aus Magdeburg kam. „Ich habe nach dem Abitur Schweißer im Roten Banner gelernt. Danach bin ich nach Magdeburg gegangen und habe Montage-und Fügetechnik studiert. Dort bin ich dann auch hängengeblieben“, scherzt er. „Ganz wichtig war mir die mathematische Ausbildung, wenngleich diese auch anspruchsvoll gewesen ist. Doch Herr Wanka war ein guter Mathematiklehrer und was er uns beibrachte, hat mir im Leben sehr viel geholfen“, sagte Krumbiegel. Auch er staunte über die baulichen Veränderungen und darüber, dass das Gebäude inzwischen sogar über einen Fahrstuhl verfügt. Dennoch meinte er, habe das Gymnasium ganz und gar nichts von seinem früheren Charme eingebüßt.


Während des Rundganges durch die Schule informierten die Lehrerinnen Margitta Bartsch und Barbara Schlorke die Jubilare über die heute modernen Unterrichtsformen. Trotzdem gab es in den Klassenzimmern noch dieses und jenes zu entdecken, was den Schülern auch schon vor 50 Jahren als Anschauungsmaterial diente und die Jubilare nun wieder entdeckten.

Eine der weitesten Anreisen hatte Elli Ibendahl, geborene Mroß, aus Bad Überkingen in Baden-Württemberg, die ihr diamantenes Abitur begeht. Auch sie schwärmte von der guten Ausbildung, die sie in ihrer Schulzeit erhielt und von der guten Kameradschaft unter den Mitschülern. „Die Schule ist unwahrscheinlich schön geworden“, freut sich Elli Ibendahl. Sie sei 1958 in den Westen gegangen, habe aber nicht studieren können und als Zahntechnikerin gearbeitet.

Döbelner Anzeiger
Wilrun Wagner
29.09.2014