Traditions- und Förderverein e.V.

1965 - 2015

Zurück in Döbeln

45 Goldene und 28 Diamantene Abiturienten kommen in ihre alte Schule – und manche aus dem Staunen nicht heraus.

Abiturienten von einst treffen sich am Sonnabendnachmittag auf dem Schulhof und dann in der Aula des heutigen Lessing-Gymnasiums. Sie alle drückten vor vielen Jahren die Schulbänke der damaligen Lessing-Oberschule. Für die Feier zum Goldenen und Diamantenen Abitur kehren sie in die alte Heimat zurück.

Beeindruckt von der sanierten Schule: Anlässlich des Goldenen Abiturs besuchten auch Hansjürgen Thiele und Renate Buchs das Lessing-Gymnasium, in dem sie bis vor 50 Jahren lernten. Foto: Andre Braun


Zu den Jubilaren gehört Hans-Jürgen Thiele aus Rostock. Er ist bei der Seereederei Rostock gelandet, einige Jahre zur See gefahren und hat dann ein Studium als Diplom-Ingenieur für Schiffsbetriebstechnik abgeschlossen. Auch danach ging es viele Jahre mit der Seefahrt weiter. Später war er als Service-Ingenieur tätig und wechselte 1987 in die Landwirtschaft. Er erinnert sich, dass seine Klasse die erste mit erweitertem Russisch-Unterricht war. „Wir waren ein eingeschworenes Team“, sagt er. Von der Schulbesichtigung ist nicht nur er, sondern auch seine Ehefrau Angret sehr angetan „Es ist eine Superschule, ich bin selbst Lehrerin und würde hier gleich gerne unterrichten“, sagt sie. „Die Schule ist wunderschön geworden, sowohl in der Ausstattung, als auch das freundliche Aussehen“, meint Schulkameradin Renate Buchs. Sie kommt aus Werder/Havel und war in Potsdam Ausbilderin für Russisch-Lehrer. „Ich studierte gleich nach dem Abitur in Leipzig und in Rostow am Don“.

Claus Richter ist einer der „diamantenen“ Absolventen. Er erinnert sich an seine Schulzeit. Er habe von Roßwein täglich mit dem Bus nach Döbeln fahren müssen – und der sei schon mal ausgefallen, sodass er laufen musste. Richter absolvierte ein Hochschulstudium, wurde Bau-Ingenieur und ging als Wasserbauer nach Halle. Stolz ist er, dass er an der Flutung der alten Tagebaue im Leipziger Süden und am Bau der Ostharz-Talsperren beteiligt war. Heute lebt er in Blankenburg.„Als Pensionär komme ich gerne wieder her. Döbeln hat sich positiv entwickelt“, sagt er. Die Schule sei sehr geschickt mit großem Aufwand restauriert worden.

Gut gelaunte Ehemalige in der Aula des Gymnasiums - Goldene Abiturienten 2015


Auch Eva Berge, geborene Püschel, ist eine der „Goldenen“. „Die Schulzeit war eine schöne, aber auch sehr anstrengende Zeit für uns. Die Klassen waren sehr groß, am Anfang mit 44 Schülern. Für mich war der Schulchor sehr wichtig, später auch als Studentin, und ich singe heute noch im Chor. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass Döbeln eine schöne Kleinstadt ist, die ihre Besonderheiten hervorhebt“, sagt Eva Berge.

Die Feier ist mit dem Vereinstreffen des Traditions-und Fördervereins verbunden und beginnt am Freitag. Traditionell wird Sonnabend die Veranstaltung mit der Kranzniederlegung und Gedenken an die Opfer von Krieg und Gewalt verbunden. Parallel zum Treffen wird die Schule vorgestellt. „Dieses besondere Erlebnis hat bei den ehemaligen Schülern sehr großen Eindruck hinterlassen“, sagt Schulleiter Michael Höhme. Zur Mitgliederversammlung des Fördervereins stellte der Vorsitzende Reinhard Zerge den Arbeitsbericht vor. Außerdem wurden die besten Schüler des Jahrgangs ausgezeichnet.

Döbelner Anzeiger
Wilrun Wagner
28.09.2015