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27. Mai 2005
Auf Bergtour am Kilimandscharo
Vereinsstammtisch auf "höchstem Niveau"
Der 27. Mai 2005 bescherte uns mit über 30 Grad Celsius Lufttemperatur unerwartetes Biergartenwetter. Trotzdem waren unsere Döbelner Vereinsfreunde gerne Vereinsfreund Uwe Hitzschkes Einladung zu einer imaginären Bergtour auf einen kühlen Gipfel gefolgt. Nicht etwa in der Sächsischen Schweiz, wie man vermuten könnte. Vielmehr wurden die interessierten Zuhörer per moderner Video-Technik auf das Dach Afrikas "gebeamt", auf jene vulkanische Berggruppe im Nordosten von Tansania mit den drei höchsten Gipfeln: Kibo (5895 m), Mawensi (5355 m) und Schira (4300 m). Als Tripel bilden sie den Kilimanjaro, den "Berg des bösen Geistes", wie ihn die Eingeborenen nennen.

Blick auf den "Kili" Durch die sich verändernden klimatischen Verhältnisse wird sich die weiße "Kappe" in absehbarer Zeit weiter verringern.
Von allen guten Geistern verlassen waren aber im Jahre 1996 vier aktive sächsische "Mannsbilder" keineswegs. Dann nämlich, als sie eine Kilimanjaro-Besteigung als touristische Herausforderung der besonderen Art bei ihrem Reisebüro buchten. Das Quartett, zu dem unsere Vereinsfreunde Dr. Hans-Jürgen Kretzschmar und Uwe Hitzschke gehören, standen zu jener Zeit zwar noch voll im Beruf, aber die Jüngsten waren sie auch nicht mehr. Schließlich lag zu diesem Zeitpunkt das Abitur schon dreieinhalb Jahrzehnte hinter ihnen.
Ausgerüstet mit einem gerüttelt Maß Unternehmungsgeist, der moralischen Unterstützung von drei mitreisenden Ehefrauen und einer wahren "Breitseite" medizinischer Schutzimpfungen ging man auf Tour - keiner der vier war trainierter Alpinist! Der Flieger brachte die "glorreichen Sieben" zunächst nach Mombasa in Kenia, gelegen am Indischen Ozean. Die Expedition begann mit der Safari zum "Basislager", in 1.700 Meter Höhe auf einer Hochebene im benachbarten Tansania gelegen. Während die Frauen dort blieben, brachen die vier Männer, nun verstärkt mit Bergführer und einer Gruppe von Trägern und Betreuern, zu ihrem dreieinhalbtägigen Aufstieg auf. Jede Etappe sollte über 1000 Höhenmeter gehen, die zu bezwingen waren! Beginnend mit dem Regenwald werden dabei alle Vegetationszonen der Erde durchwandert. Das erstes Ruhelager wird auf der Mandara-Hütte auf 2.675 m Höhe erreicht.
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Döbelner am Kilimandscharo |
Nach unruhiger Nacht geht es weiter auf 3.720 Meter. Das Steigen wird nun immer schwerer, da der Sauerstoffgehalt der Atemluft sinkt. Der Körper verlangt sein Recht, immer wieder müssen Pausen eigelegt werden. Die Begleiter mahnen "Pole, pole!" - zu deutsch "langsam, langsam!" Bei 4.700 Meter Höhe kommt die Kibo-Hütte in Sicht. Erste Aufgeben-Gedanken wandern durch den Kopf: "Warum um alles in der Welt tue ich mir das an?"
Teilnehmer anderer Gruppen zollen den Symptomen der Höhenkrankheit Tribut und geben auf. Aber die Willenskraft der vier Sachsen ist ungebrochen! Am 08. November 1996 wird auf 5.715 m Höhe "Gilmans Point" erreicht. Ab hier gilt der Berg als bezwungen! Unter großem Jubel wird die Sachsenfahne geschwenkt.
Zurück geht es in eineinhalb Tagen, getragen von dem Gefühl, Sieger über den "inneren Schweinehund" zu sein! Nach dem Empfang durch die "besseren Hälften" geht es zurück nach Mombasa, wo die geschundenen Körper noch zehn Tage am Indischen Ozean regenerieren können.
Alle Vereinsfreunde im "Döbelner Haus" zollten Leistung wie Reisebericht von VF Uwe Hitzschke verdienten Applaus!

Uwe Hitzschke mit einem Schienenstück der originalen Pferdebahn Döbeln (1892-1926). Solche erwerbbaren Souvenire dienen der Finanzierung des Vorhabens ebenso wie Stifterbriefe und vieles mehr.
Bleibt noch zu sagen:
So wie Vereinsfreund Uwe Hitzschke Schritt für Schritt den Kilimanjaro bezwungen hat, so müht er sich mit zunehmenden Erfolg seit geraumer Zeit um die Wiederbelebung der Döbelner Pferdebahn. Als "Chef" des gleichnamigen Traditionsvereines hat er mit seinen Mitstreitern schon drei historische Wagen erworben. Bei der derzeitigen Rekonstruktion von Nieder- und Obermarkt werden auch die Schienen der Strecke zwischen "Altem Amtshaus" an der Großem Kirchgasse und dem Stadttheater am Beginn der Bahnhofstraße verlegt. Und jeder unserer Vereinsfreunde, dessen Herz auch für Tradition und vor allem für Döbeln schlägt, kann sich nach seinen Möglichkeiten mannigfaltig einbringen.
Gerhard Heruth
29.05.2005
Foto rechts: Wolfgang Sens / DAZ










