18.06. Junge Diebe begeistern Publikum

Die Theater-AG der Klassen 5 bis 7 hatte sich in diesem Jahr die Bühnenfassung eines Romans von Cornelia Funke vorgenommen.

Der „Herr der Diebe“ fesselte seit seinem Erscheinen im Jahr 2000 schon viele lesebegeisterte Kinder. Der Roman erzählt von Freundschaft, Zusammenhalt, dem Wunsch nach Freiheit und der Frage, ob es wirklich besser ist, erwachsen zu sein.

Die Story ist schnell erzählt: Nach dem Tod ihrer Mutter fliehen die Brüder Prosper (12) und Bo (5) von Hamburg nach Venedig. Ihre Tante Esther möchte die beiden trennen: Bo soll bei ihr leben, Prosper in ein Internat kommen. Um zusammenzubleiben, verstecken sie sich in der Lagunenstadt.

Dort schließen sie sich einer Bande von Straßenkindern an, die von dem geheimnisvollen Scipio angeführt wird, der als „Herr der Diebe“ bekannt ist. Die Kinder leben in einem verlassenen Kino und schlagen sich mit kleinen Diebstählen durchs Leben. Gleichzeitig sucht ein Detektiv im Auftrag der Tante nach den Brüdern.

Als die Bande den Auftrag erhält, einen geheimnisvollen Holzflügel zu stehlen, geraten die Kinder in ein großes Abenteuer. Der Flügel gehört zu einem magischen Karussell, das Menschen jünger oder älter machen kann. Auf einer geheimnisvollen Insel kommt es schließlich zu spannenden Enthüllungen, Verwandlungen und Entscheidungen über Freundschaft, Erwachsenwerden und Familie.

Unserer Theater-AG unter der Leitung von Judith Fulmer unter Mithilfe von Florian Wagner gelang eine temporeiche, witzige und moderne Inszenierung, die verdeutlichte, dass die Geschichte von Prosper und Bo zeitlos ist. Einzelne Darsteller hervorzuheben, verbietet sich. Alle Jungschauspieler spielten mit so viel Esprit und Selbstbewusstsein, dass man ihnen ihre Rollen in jeder Hinsicht abnahm. Die Theatergruppe hat mit ihrer Aufführung eindrucksvoll bewiesen, wie viel Fleiß, Ausdauer und Teamgeist in dem Projekt steckten. Angesichts der umfangreichen Textpassagen ist die Leistung der Kinder und Jugendlichen besonders hervorzuheben. Wer schon einmal versucht hat, wenige Seiten auswendig zu lernen, kann ermessen, welche Leistung die Kinder hier erbracht haben.

Vielen Details der Aufführung merkte man an, dass sie durchdacht waren und mit Fleiß und Liebe vorbereitet wurden. Darstellendes Spiel, das wurde an diesem Premierenabend wieder einmal deutlich, sollte verbindliches Lehrplanfach werden. Das Spiel auf der Bühne stärkt das Selbstvertrauen, die Sprachfähigkeit und die Kreativität von Kindern. Sie trainieren ihre Konzentrationsfähigkeit, ihr Gedächtnis und das freie Sprechen. Gleichzeitig lernen sie Teamarbeit, Verantwortungsbewusstsein und Rücksichtnahme, da eine Aufführung nur gemeinsam gelingt.

Theater als Lebensschule, klingt wie eine Floskel. Ist aber keine.

M. Höhme


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