18.10. Wo Bonjour auf Guten Tag trifft
Deutsch-französischer Schüleraustausch – Schülerinnen und Schüler des LGD besuchen Evron
Seit dem Jahr 2002 verbindet das LGD eine enge Partnerschaft mit dem Collège Sacré-Coeur in Evron, einer kleinen Stadt im Pays de la Loire in Frankreich. Ein besonderes Highlight dieser langjährigen Freundschaft ist der regelmäßige Schüleraustausch aller 2 Jahre. In diesem Jahr war es wieder so weit: 24 Schülerinnen und Schüler aus der 8. und 9. Klasse hatten die Gelegenheit, die französische Sprache, Kultur und das Land hautnah zu erleben – ein unvergessliches Erlebnis.
Am Montag (22.09.) starteten wir um 2 Uhr morgens mit dem Bus in Richtung Frankreich. Als wir nach 15 Stunden Fahrt in Evron ankamen, warteten unsere Austauschschüler mit ihren Familien schon auf uns. Neugierig schauten wir aus dem Fenster, um unseren Gastschüler zu suchen. Manchmal musste dabei auch das Foto auf dem Handy helfen. Wir wurden sehr herzlich in Empfang genommen. Nach einer kleinen kulinarischen Stärkung und der Programmabsprache für die nächsten Tage ging es für jeden das erste Mal nach Hause zur Gastfamilie – ein aufregender Moment.
In den nächsten Tagen schnupperten wir in den französischen Schulalltag rein, der bei den meisten ohne ein Frühstück, wie es bei uns in Deutschland üblich ist, begann. Die erste Stunde bestand aus einem sogenannten „Briefing“, in dem wir uns über vorherige sowie bevorstehende Programmpunkte austauschten.
An drei Tagen nahmen wir am französischen Unterricht teil, der 8:20 Uhr beginnt und 16:45 Uhr endet. In Dreiergruppen eingeteilt, erhielten wir einen eigenen Stundenplan für die jeweiligen Klassen. Schnell wurden Unterschiede zu unserem Schulalltag sichtbar. Die Schülerinnen und Schüler hatten beispielsweise ihre Unterrichtsmaterialien im Tisch und durften bei den meisten Lehrern einfach sprechen, ohne sich zu melden. Aufgefallen ist auch, dass der Lehrplan und das Notensystem anders sind. Am meisten überrascht waren wir jedoch, dass in den 50-minütigen Schulstunden nicht so viel Unterrichtsstoff geschafft wurde, wie bei uns. Wahrscheinlich gibt es hier deshalb auch die „Travail commencé“ – Stunden, in denen die Hausaufgaben erledigt werden. Außerdem wird jede Pause auf dem Schulhof verbracht, auf dem sich auch das Gebäude mit den Toiletten sowie den Schließfächern befindet. Ungewohnt war auch die 90-minütige Mittagspause, in der die Schüler ausgiebig Mittag essen, da es für viele die erste Mahlzeit des Tages ist.
Am Mittwoch lernten wir die Schule durch ein Spiel besser kennen und erhielten durch einen interessanten Vortrag einen Einblick ins französische Schulsystem. Im Anschluss waren wir in einer 6. Klasse zu Besuch und haben uns paarweise in der jeweils anderen Sprache gegenseitig vorgestellt. Um 12 Uhr ging es dann mit unserem Gastschüler zurück nach Hause. Mittwochs ist der einzige freie Nachmittag für die französischen Schüler. Am darauffolgenden Tag wurden uns die verschiedenen Sprachtypen (Höflichkeitsformen) im Französischen vorgestellt. Anschließend lernten wir durch eine Stadtrallye Évron besser kennen. Der Nachmittag stand dann ganz im Zeichen des Sports. Mit unseren Austauschschülern verbrachten wir eine großartige Zeit bei Badminton und Basketball. Ein Höhepunkt unseres Austauschs war der Ausflug am Freitag zum Mont-Saint-Michel. Dank einer sehr gelungenen Führung konnten wir unsere geschichtlichen Kenntnisse erweitern und erhielten einen Überblick von dieser mächtigen Klosteranlage, die seit 1979 zum „UNESCO Weltkulturerbe“ gehört. Zum krönenden Abschluss gab es eine Wattwanderung, bei der wir Treibsand erzeugt haben und uns einsinken lassen konnten. Das war ein sehr interessanter, aber auch anstrengender Tag.
Das Wochenende verbrachten wir zusammen mit unserer Gastfamilie. Viele von uns machten Ausflüge in die nähere Umgebung. Ich durfte mit meiner Gastfamilie ein tolles Wochenende in Paris verbringen. Neben Sightseeing hatte ich das Glück, bei einem Pferderennen meines Gastvaters, der Jockey ist, zuschauen zu dürfen. Ein aufregendes Erlebnis für mich.
Am Montag waren wir im Rathaus zu Gast. Hier konnten wir der stellvertretenden Bürgermeisterin Fragen stellen und haben viel über die französische Politik erfahren. Als Highlight simulierten wir eine Hochzeit- das war echt lustig. Anschließend nahmen wir wieder am Schulunterricht teil. Am nächsten Tag stand der Besuch des Käsemuseums in Laval auf dem Programm, bei dem uns unsere Gastschüler begleiteten. Wir stellten unseren eigenen Käse her und konnten am Ende sogar einen mit nach Hause nehmen. Auch beim Kartfahren am Nachmittag hatten alle sehr viel Spaß, sodass die ein oder andere neue Freundschaft geknüpft wurde. Viel zu schnell verging die Zeit. Der letzte Tag führte uns in unsere zugeteilten Klassen, in denen wir dem Unterricht ein letztes Mal lauschten. Der Nachmittag, an dem viele von uns noch einmal kleine Exkursionen mit ihren Gastfamilien unternahmen, verging wie im Flug. Und dann hieß es Koffer packen. Am Donnerstag ging es um 9 Uhr auf die Heimreise. Doch bevor wir starten konnten, gab es einen sehr emotionalen Abschied- für uns und vor allem für unsere Austauschschüler. Fast jeder von ihnen weinte, sodass wir noch einmal aussteigen mussten, um sie zu trösten. Ein Zeichen für eine sehr intensive und schöne Zeit. Unsere Rückreise wurde mit einem Zwischenstopp in Paris versüßt. Bei einem dreistündigen Aufenthalt hatten wir genügend Zeit, um den Eifelturm zu besichtigen, einen kleinen Stadtrundgang zu machen und Souvenirs zu shoppen. Gegen 16 Uhr ging es dann endgültig nach Hause. Die Rückreise war für jeden von uns anstrengend, aber die Vorfreude, seine Familie wieder in die Arme schließen zu können, überwog eindeutig.
Am Ende können wir, trotz vielleicht ein paar schwieriger Momente, voller Freude und Stolz auf diese erlebnisreiche Zeit zurückblicken. Wir haben wichtige Erfahrungen fürs Leben gesammelt und uns sprachlich weiterentwickelt. Ein großes Lob gilt an dieser Stelle unseren Lehrerinnen Frau Buschmann und Frau Weinert, die uns auf dieser Reise begleitet haben. Ohne sie wäre das Alles nicht möglich gewesen, ohne sie hätten wir viele schöne Momente verpasst, mit Ihnen hatten wir einen nicht wegzudenkenden Seelentröster und eine unvergesslich schöne Zeit. DANKE!!!
Nele Grießbach 9a




