Willkommen in Warrington!

Antrittsbesuch einer Delegation des LGD bei unserer neuen Partnerschule in England

Als Europaschule kann sich das LGD über langjährige Partnerschaften mit Schulen in Évron (Frankreich) sowie Ústí und Vyškov (Tschechien) freuen. Letztes Jahr haben wir eine weitere Partnerschule im Norden Englands in diesen Kreis aufgenommen. Durch die engagierte Arbeit von Frau Berger und mit Hilfe des Förderprogramms der UK German Connection war es Anfang November endlich soweit: Die Züge fuhren (wenn auch mit etwas Verspätung), der Flieger startete und 20 Schülerinnen und Schüler aus den Klassen 8 bis 11 flogen gemeinsam mit Frau Berger und Herrn Mäding nach Manchester.

Die Zusammenarbeit mit der Schule in Warrington begann jedoch bereits im Dezember 2024 mit einer Lernsax-Mitteilung. Damals rief Frau Berger zur Teilnahme am Austausch auf – verbunden mit einem Projekt zum Thema „Embracing New Technologies“. Als sich schließlich ausreichend Schülerinnen und Schüler angemeldet hatten, begannen die ersten Treffen zunächst online. Im Projekt vertretene Themen waren u.a. KI-betriebenes Müllsortieren, 3D-gedrucktes Essen zur Verbesserung der Gesundheit und zur Müllreduzierung sowie nachhaltige Werbung und vieles mehr.

Dann kam endlich der Flug von Berlin nach Manchester am 3. November. Als wir am Abend angekommen waren, begaben wir uns in unsere Jugendherberge YHA Manchester – ausreichend müde, fast schon direkt ins Bett fallend und voller Vorfreude auf den kommenden Tag. Am Dienstag um 8 Uhr machten wir uns auf den Weg zu unserem Zug nach Warrington, und mit dem Ausblick auf die schönen englischen Backsteinhäuser entlang der Strecke verging diese Zugreise erstaunlich schnell. In Warrington setzten wir uns direkt an die Arbeit. Ziel war es, bis Donnerstag eine Präsentation zu unserem Fortschritt im Projekt zu erstellen und vorzustellen. Am selben Tag erhielten Frau Berger und Herr Mäding außerdem eine Führung durch das Übergangs-Schulgebäude. Das eigentliche Gebäude der UTC Warrington wird momentan saniert, daher findet der Unterricht in einem Jugendzentrum statt, was für alle Beteiligten eine kleine Herausforderung, aber auch ein unvergessliches Erlebnis war. Anschließend bekamen wir eine Führung durch Warrington und erhielten einen facettenreichen Einblick in die Stadt. Gegen Mittag ging es zurück nach Manchester, wo wir uns selbst auf eine Stadtführung der anderen Art begaben – zumindest so lange, bis es zu regnen begann. Danach stand Minigolf auf dem Programm, und wer vorher noch nie Indoor-Minigolf gespielt hat, machte hier eine durchaus interessante Erfahrung. Ich persönlich hatte jedenfalls noch nie zuvor einen Minigolfball durch Autoteile gespielt.

Am Mittwoch ging es wieder nach Warrington, und wir finalisierten unsere Präsentationen für den nächsten Tag. Doch es stand noch etwas anderes an – eines der Highlights der Exkursion. Nach dem Mittagessen setzten wir uns in einen Zug und fuhren in Richtung Westen: Auf nach Liverpool. Wir besuchten das Museum of Liverpool, das nicht nur allgemeine Geschichte, sondern auch viel Popkultur behandelt. Ich bezweifle, dass es jemanden gibt, der noch nie von den Beatles gehört hat. Passend dazu ging es weiter: Auf dem Weg zur nächsten Führung ließen wir es uns nicht nehmen, ein paar Fotos mit der Beatles-Statue zu machen. Dann ging es unter die Erde – nein, wir sind nicht U Bahn gefahren. Für uns ging es in den Mersey-Tunnel. Unsere Tourguides zeigten uns den Tunnel, der Liverpool und Wirral verbindet. Wir bekamen Einblicke in den Tunnelbau und erfuhren, dass dieser einst der längste seiner Art war. Wir durften außerdem am Rand der Schnellstraße stehen, die durch
den Tunnel führt. Man sagte uns, dass die Autofahrer dort langsamer fahren würden, weil unsere Jacken denen der Polizei ähnelten. Der Tunnel hat zudem popkulturelle Bedeutung – unter anderem wurden dort Szenen für Harry Potter gedreht. Nach der Rückkehr an die Oberfläche hatten wir noch Freizeit, bevor es zurück nach Manchester und schließlich ins Bett ging.

Der Donnerstag war Presentation Day. Alle Gruppen wurden in unterschiedliche Räume eingeteilt und durften nach der Vorstellung ihrer Projekte den Fragen der anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie denen der Lehrern Rede und Antwort stehen. Dann hieß es Abschied nehmen – denn wir würden uns von diesem Zeitpunkt an erst einmal nicht wiedersehen. Doch der Tag war noch lange nicht vorbei. Mit von der Schule gestellten Bussen ging es nach Prescot in das „Shakespeare North Playhouse“, das als eines der besten nachgebauten Shakespeare-Theater gilt. Dort sahen wir eine Aufführung von Sherlock Holmes. So nahm der Tag ein weniger sentimentales Ende. Zurück in Manchester hieß es dann: Zimmer aufräumen und Sachen packen (im Idealfall), damit wir es am
nächsten Morgen leichter haben würden.

Freitag, D-Day, naja zumindest hieß es zurück nach Hause. Nach einem etwa zweistündigen Flug waren wir zurück am BER, und es ging mit dem Zug zurück nach Döbeln. Man hätte noch viel mehr schreiben können – zum Beispiel, warum manche Menschen Kornblumen als Anstecknadeln tragen, was am 5. November passiert ist, warum Manchester eine Biene als Wiedererkennungsmerkmal hat oder warum die Ansagestimme im Zug wie die aus der Reading Comprehension im Englischbuch klingt.

Doch ich möchte es auch etwas spannend machen. Wer jetzt neugierig geworden ist und gern an einem Austausch teilnehmen möchte, hat vielleicht schon nächstes Jahr die Chance, dabei zu sein und die Zusammenarbeit mit einer britischen Schule zu fördern. Ich möchte mich außerdem im Namen aller Teilnehmenden bei dem Förderprogramm UK-German Connection, bei Frau Berger und bei Frau Hall (auf britischer Seite) bedanken – denn ohne sie wäre diese Erfahrung nie möglich gewesen. Nun heißt es warten und weiterarbeiten, bis wir sagen können: “Willkommen in Deutschland!”

Elena Lippmann

Die Austauschbegegnung wurde (u.a.) aus Mitteln des Auswärtigen Amts gefördert und durch UK-German Connection unterstützt.